Salihamidzic: "Thomas hat sich ein bisschen verdribbelt"

Bayern München verpasst Thomas Müller einen Maulkorb

Thomas Müller FC Bayern München auf der Bank nicht in Startelf FC Augsburg FCA vs FC Bayern München FCB 19.10.2019 DFL
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13. Juni 2020 - 22:53 Uhr

Salihamidzic macht Kritik öffentlich

Bayern München ist der achte Meistertitel in der Bundesliga kaum noch zu nehmen, im DFB-Pokal stehen sie im Finale und selbst das "Triple" mit dem Gewinn der Champions League wäre möglich. Trotzdem gibt es offenbar dicke Luft an der Säbener Straße. Sportdirektor Hasan Salihamidzic bestellte Thomas Müller nach dessen öffentlicher Kritik an der Transferpolitik des Clubs  zum Rapport – und das machte Salihamidzic vor der Bundesliga-Partie gegen Borussia Mönchengladbach auch noch öffentlich.

"Ich habe ihm gesagt, dass das nicht korrekt war"

"Der Thomas hat sich natürlich nach dem Pokalspiel, als er nicht so zufrieden mit der Leistung der Mannschaft war, vielleicht mit seiner Aussage ein bisschen verdribbelt", sagte Salihamidzic vor der Bundesliga-Partie gegen Borussia Mönchengladbach bei Sky. "Da haben wir am nächsten Tag direkt drüber gesprochen, wir haben uns hingesetzt. Ich habe ihm gesagt, dass das nicht korrekt war."

Müller habe das verstanden so Salihamidzic weiter. "Er ist ein sehr, sehr intelligenter Junge, ein sehr, sehr intelligenter Spieler", ergänzte der Bayern  Sportdirektor jovial. Dass und wie Salihamidzic den Vorgang öffentlich gemacht hat, dürfte Mülller kaum gefallen. Zumal der 30-Jährige mit dem Geschäftsgebaren seines Arbeitgebers so wie so nicht einverstanden scheint.

Müller kritisiert Transferpolitik

Nach dem Einzug ins DFB-Pokalfinale hatte Müller zu Spekulationen über eine mögliche Verpflichtung des Leverkuseners Kai Havertz erklärt, dass dieser ein "extrem guter Spieler" sei, er aber keinen Einblick in den Finanzbereich der Münchner habe. Um dann zu Kritik auszuholen: "Es ist ein bisschen paradox, wenn man immer über Neuzugänge spricht und gleichzeitig Gehälter eingespart werden."

Salihamidzic wollte zu den Spekulationen um Havertz nichts sagen. Die Haltung des Clubs sei, dass man sich erst über Transfers äußere, wenn diese perfekt seien, betonte der Bayern-Sportdirektor. "Das gilt nicht nur für uns alle Verantwortliche, sondern besonders für die Spieler. Daran sollten wir uns alle halten." Anders ausgedrückt: Maulkorb für Müller.

Flick: Transfers gehen auch mit Gehaltsverzicht

Trainer Hansi Flick erklärte dazu, er gehe davon aus, dass es auch im Sommer zu Transfers kommen werde. "Das, was wir hier machen, Solidarität den Mitarbeitern anzubieten, das ist unsere Aufgabe, das können wir, keine Frage", betonte der Coach. "Es wird Transfers geben, auch wenn wir auf Gehalt verzichten. Das ist ganz normal."

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