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Bayern: Modehändler öffnet Boutique mit Klopapier-Trick – Corona-Lockdown ausgehebelt?

Lassen sich die Lockdown-Regeln so leicht aushebeln?

Modehändler öffnet Laden mit Klopapier-Trick

Um Lockdown zu entgehen: Modeladen verkauft Klopapier Lassen sich die Regeln so aushebeln?
01:16 min
Lassen sich die Regeln so aushebeln?
Um Lockdown zu entgehen: Modeladen verkauft Klopapier

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In der Boutique gibt's jetzt Klamotten und Klobürsten

Norbert Kremsreiter (46) will seine Mitarbeiter aus der Kurzarbeit holen. Deshalb hat er seine Boutique in Freyung (Bayern) am Donnerstag wieder geöffnet – trotz Lockdown . Ein Teil der Pullis, Jacken und Hosen ist vorübergehend ins Lager gewandert; stattdessen bekommt man dort jetzt Toilettenpapier, Klobürsten und Lebensmittel. Aber lassen sich die Corona-Regeln so einfach aushebeln? "Wir sind am Rande unserer Existenz", sagt Kremsreiter. Im Video erläutert er seinen drastischen Schritt.

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Modehändler beruft sich auf "Mischbetriebsregelung"

Boutiquebesitzer Norbert Kremsreiter
In der Boutique von Norbert Kremsreiter gibt's jetzt Klamotten und Klobürsten.
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Obwohl die Behörden noch kein grünes Licht gegeben haben, hat Kremsreiter sein Modegeschäft wieder aufgesperrt. Dabei beruft er sich auf die sogenannte Mischbetriebsregelung. Die besagt, dass Betriebe öffnen dürfen, wenn der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit (über 50 Prozent) im erlaubten Bereich liegt. Und erlaubt ist zum Beispiel der Verkauf von Lebensmitteln und Drogerieartikeln.

Bayerische Corona-Regeln sagen etwas anderes

Aber der Trick ist höchst umstritten. Das Problem für den 46-Jährigen: Klopapier & Co. sind weit entfernt von dem, was er normalerweise anbietet. In der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung (BayIfSMV) heißt es: "Der Verkauf von Waren, die über das übliche Sortiment des jeweiligen Geschäfts hinausgehen, ist untersagt."

Und der Begriff "übliches Sortiment" beziehe sich auch auf die Produktpalette, bestätigt ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums. "Hat ein Einzelhändler bislang neben seinem Lebensmittelsortiment etwa Rasierer und Föns angeboten, sind nun angebotene Fernseher oder Waschmaschinen kein Bestandteil des üblichen Sortiments", erklärte der Sprecher.

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Boutiquebesitzer aus Freyung: "Würde Glauben an Recht und Gesetz verlieren"

Auch Stefan Julinek vom Bund der Selbständigen – Gewerbeverband Bayern e.V. ist skeptisch. "Er müsste erreichen, dass er als Hygieneartikel-Händler gilt", sagt er über den Boutiquebesitzer. "Diese Grauzone wird voraussichtlich nicht gehen und von den Behörden unterbunden werden."

Das sieht Norbert Kremsreiter ganz anders. Er ist "der festen Überzeugung", dass sein Vorgehen in Ordnung ist. Dass dies überprüft werde, sei in Ordnung, aber: "Wenn das nicht legal wäre, würde ich den Glauben an Recht und Gesetz verlieren", sagt der 46-Jährige.