Bayern fordert von EU und Briten pragmatische Lösung

27. Januar 2020 - 17:31 Uhr

Der Bayerische Industrie- und Handelskammertag (BIHK) hat von der EU und Großbritannien ein Freihandelsabkommen bis Jahresende gefordert. BIHK-Präsident Eberhard Sasse sagte am Montag in München: "Pragmatismus muss vor Ideologie gehen." Beide Seiten seien gefordert, jetzt eine tragfähige Lösung zu finden.

Die Briten treten am Freitag aus der EU aus, bleiben aber noch für eine Übergangszeit bis Jahresende im EU-Binnenmarkt. In dieser Zeit wollen Brüssel und London über ein Freihandelsabkommen verhandeln.

Laut BIHK haben britische Unternehmen in Bayern 273 Niederlassungen und beschäftigen 45.000 Mitarbeiter. Umgekehrt betreiben bayerische Firmen in Großbritannien 460 Niederlassungen mit 42 Milliarden Euro Umsatz.

Rund 80.000 Arbeitsplätze in Bayern sind dem Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zufolge vom Export in das Königreich abhängig. Vor allem Auto- und Maschinenbauer und Elektroindustrie sind eng mit der Insel verflochten. War Großbritannien 2015 vor dem Brexit noch Bayerns zweitwichtigster Exportmarkt, liegt es heute auf Platz fünf. Von Januar bis November 2019 sanken die bayerischen Ausfuhren nach Großbritannien erneut um 2,4 Prozent auf 11,6 Milliarden Euro.

Die bayerischen IHKs empfehlen den Unternehmen, die Übergangsphase für weitere Vorkehrungen zu nutzen. Je nach Ausgang der Verhandlungen könnten zollrechtliche Vorschriften für den Warenverkehr kommen, mit denen viele nur im EU-Binnenmarkt tätige Unternehmen keinerlei Erfahrungen hätten.

Quelle: DPA