Bayern: CSU-Chef Horst Seehofer will Klarheit über seine politische Zukunft schaffen

Seehofer: Showdown in Vorstand und Fraktion der CSU
Seehofer: Showdown in Vorstand und Fraktion der CSU
© dpa, Peter Kneffel, kne sab olg req sja

23. November 2017 - 13:19 Uhr

Markus Söder lauert

Wer den bayerischen Ministerpräsidenten und CSU-Vorsitzenden Horst Seehofer am Tag nach der Bundestagswahl gesehen hat, dem war klar, dass die Diskussion um seine Nachfolge bald wieder beginnen würde. Das desolate Ergebnis der CSU hatte bei Seehofer sichtlich Spuren hinterlassen, da stand ein gestandener Politiker ganz offensichtlich unter Schock. Und im Hintergrund lauern mit Ilse Aigner und Markus Söder seit langem zwei, die sich Hoffnungen auf die Nachfolge machen, sei es als CSU-Chef(in) oder Ministerpräsident(in) oder beides.

Seehofer: Hin und Her in Bayern

Schien es in den Jamaika-Verhandlungen noch so, als würde Seehofer langsam wieder zu alter Stärke zurückkehren, so hielten vereinzelte Rücktrittsforderungen kleinerer Verbände an. Nach dem Scheitern der Sondierungsgespräche mit den Grünen und der FDP will Seehofer nun Klarheit über seine Zukunft schaffen, nicht zum ersten Mal. Anfang 2015 sagte er, er wolle bei der Bayern-Wahl 2018 nicht mehr als Spitzenkandidat antreten, im Oktober 2016 folgte die Ankündigung, eines seiner beiden Ämter 2017 aufgeben zu wollen, im April dieses Jahres folgte dann der komplette Rückzieher vom Rückzug. Seehofer verkündete, er wolle über 2018 hinaus Ministerpräsident und Partei-Chef bleiben. Dann folgte jedoch der Absturz bei der Bundestagswahl, die CSU landete bei nur 38,8 Prozent. Seitdem sitzt Seehofer alles andere als sicher auf seinen beiden Chefsesseln.

Macht Seehofer ganz Schluss?

Deswegen wird mit Spannung erwartet, was Seehofer zu seiner Zukunft zu sagen hat. Für 12.00 Uhr ist eine Sitzung der Landtagsfraktion angesetzt, abends um 18.00 Uhr eine Sitzung des Parteivorstands. Möglicherweise müssen sich alle ein wenig gedulden: Der Vorstand sei "der richtige Platz" zur Bekanntgabe seiner Pläne und Vorschläge, hatte Seehofer zuletzt gesagt. Allerdings ist gut möglich, dass auch die gesamte Fraktion über Personalfragen diskutieren möchte.

Es gibt mehrere Szenarien für Seehofer zukünftige Karriere: Er könnte unbeirrt an seinen Plänen festhalten, was nach der Wahlpleite eher unwahrscheinlich ist. Er könnte auch zu der Variante zurückkehren, eines der Ämter aufzugeben. Möglicherweise sieht er seinen Platz auch im nächsten Bundeskabinett. Vielleicht macht er aber auch ganz Schluss.