Rummenigge mit emotionalem Statement

„Ich schäme mich zutiefst“

29. Februar 2020 - 21:06 Uhr

Bayern-Boss entschuldigt sich bei Hopp

Nach den Skandal-Szenen von Sinsheim ausgelöst durch ein Schmähplakat der Münchner Fans gegen TSG-Mäzen Dietmar Hopp, zeigte sich Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge "schockiert" und machte aus seinen Emotionen kein Geheimnis: "Ich schäme mich zutiefst aus Sicht des FC Bayern für diese Chaoten."

Rummenigge spricht vom „hässlichen Gesicht des FC Bayern München“

Der sichtlich mitgenommene 64-Jährige hatte sich während der Partie der TSG Hoffenheim gegen den FC Bayern (0:6) zuerst auf der Tribüne, später auch an der Seitenlinie und auf dem Platz mit Hopp solidarisiert und damit ein klares Zeichen gesetzt.

"Ich schäme mich zutiefst auch gegenüber Dietmar Hopp, der ein ganz feiner Ehrenmann ist", betonte Rummenigge im Interview bei Sky und erklärte: "Ich habe mich bei ihm entschuldigt, aber das ist eigentlich nicht zu entschuldigen. Das ist ein ganz hässliches Gesicht des FC Bayern München."

FC Bayern wird mit „aller Schärfe gegen Chaoten vorgehen“

Dass es in den letzten zwölf Minuten nach der Wiederaufnahme der Partie zu keinem normalen Spiel mehr kam, unterstützte Rummenigge. "Ich finde es gut, dass das Spiel zum Schluss so gespielt wurde, wie es gespielt wurde. Das war eine Watschen gegen die Fans des FC Bayern München."

In seinem Ärger über jene Bayern-Anhänger, die für den Eklat gesorgt haben, richtete er klare Worte an die "Chaoten": "Wir haben die Vorkommnisse filmen lassen und werden mit aller Schärfe gegen die Verantwortlichen, die da heute den FC Bayern aufs Tiefste diskreditiert haben, vorgehen. Diese Leute, wie sie sich heute dargestellt haben, haben in einem Fußballstadion nichts zu suchen."

"Ich möchte dem Schiedsrichtergespann ein Kompliment machen, wie souverän und ruhig sie den Drei-Stufen-Plan des DFB umgesetzt haben. Ich habe eine hohe Sensibilität bei den Zuschauern gespürt, nicht nur bei den Fans der TSG, sondern auch bei denen des FC Bayern München, mit Ausnahme dieser kleinen Gruppe", so TSG-Geschäftsführer Peter Görlich, der ein Lob für den gemeinsamen Protest der Hoffenheimer und der Bayern ausspricht: "Und dann müssen wir den Spielern einen Riesen-Respekt zollen, dass sie sich solidarisch erklärt haben mit Dietmar Hopp, aber auch mit der TSG Hoffenheim und, soweit möchte ich den Bogen spannen, mit dem gesamten deutschen Fußball."

RTL NEWS empfiehlt

Anzeigen:
 29.02.2020, xmeix, 1.Fussball Bundesliga,TSG 1899 Hoffenheim - FC Bayern Muenchen, emspor, v.l. Hoffenheims Maezen Dietmar Hopp, Bayern Muenchens Trainer Hansi Flick, und Karl Heinz Rummenigge DFL/DFB REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS as I
Dietmar Hopp, Hansi Flick und Karl-Heinz Rummenigge (v.li.) standen nach dem Eklat gemeinsam an der Seitenlinie.
© imago images/Jan Huebner, Jan Huebner/Meiser via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Flick betont Hopps soziales Engagement

Auch Bayern-Coach Hansi Flick, der während der Partie vor den Bayern-Block gelaufen war und versucht hatte, für Ruhe zu sorgen, nahm auf der Pressekonferenz klar Stellung: "Was heute passiert ist - so geht es einfach nicht weiter. "

Flick war einst selbst in Hoffenheim Trainer sowie Geschäftsführer und kennt Hopp daher schon lange. Er wies nochmal auf dessen soziales Engagement wie beispielsweise in der Krebsforschung hin. "Jeder von diesen Chaoten hat wahrscheinlich jemanden in der Familie, der von Dietmar Hopp schon einmal profitiert hat", so der Münchner Trainer.

Hoffenheims Trainer Alfred Schreuder äußerte sich ebenfalls zu den Vorkommnissen: "Alle sind riesig enttäuscht darüber, was heute passiert ist. Dietmar Hopp hat so viel für die Region und für uns getan. Wir sind traurig darüber und es tut uns sehr leid für ihn. Das Zeichen der beiden Mannschaften war sehr gut. Es muss etwas passieren. Es ist peinlich, dass so etwas gemacht wird."

Auch DFB und DFL reagieren auf Skandal in Sinsheim

Eine erste Reaktion folgte kurz nach dem Abpfiff auch vom Deutsche Fußball Bund (DFB), der gegenüber dem SID bestätigte, dass ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird. Der Chef der Deutschen Fußball Liga, Christian Seifert, fand ähnliche Worte wie zuvor Rummenigge: "Wir haben diesbezüglich heute einen traurigen Höhepunkt erlebt. Dafür gibt es keine Entschuldigung."