Platzverweise nach Unfall auf A6

Polizei greift knallhart gegen Gaffer durch

17. September 2020 - 14:55 Uhr

Polizei: "Wir sprechen hier von einer Straftat, nicht von einer Ordnungswidrigkeit"

"Gaffen geht gar nicht", kritisiert die bayerische Polizei nach einem tödlichen Unfall auf der A6 bei Wernberg. Zwei Sattelzüge sind aus bisher ungeklärter Ursache am Dienstagnachmittag zusammengestoßen. Ein 67-jähriger Lkw-Fahrer ist dabei ums Leben gekommen. Kaum waren die ersten Einsatzkräfte vor Ort, versammelten sich schon mehrere Schaulustige an der Unfallstelle – darunter auch eine Familie mit Kleinkind. Im Video zeigt sich die Polizei entsetzt.

Gaffer machten Fotos von der Autobahnbrücke

Die Autobahn zwischen den Anschlussstellen Wernberg-Ost und Leuchtenberg glich am Dienstag einem Trümmerfeld. Die beiden Sattelzüge waren gegen 14 Uhr aus noch ungeklärter Ursache zusammengeprallt. Ein 67 Jahre alter Fahrer konnte nur noch tot aus einem der beiden Lastwagen geborgen werden. Die Autobahn A6 musste in Fahrtrichtung Tschechien komplett gesperrt werden. Die Rettungskräfte waren mit mehreren Einsatzfahrzeugen vor Ort. 

Das viele Blaulicht hatte wohl mehrere Schaulustige auf den Plan gerufen. Einige sammelten sich auf einer Autobahnbrücke, um das Geschehen besser beobachten zu können. Im Erstaufschlag waren hier einzelne Verkehrsteilnehmer auf der Brücke, die versucht haben, warum auch immer, mit ihrem Smartphone Aufnahmen von der Unfallstelle zu machen", berichtet Tobias Matthes, Dienststellenleiter der Verkehrspolizeiinspektion Amberg.

Polizei erteilt Platzverweise gegen Gaffer nach Unfall auf A6

Matthes und seine Kollegen zeigten kein Verständnis für so ein Verhalten und griffen knallhart durch. "Das wurde durch die freien verfügbaren Kräfte nach deren Eintreffen sofort unterbunden - Platzverweise wurden erteilt", sagte der Polizeibeamte. Auch der Feuerwehr fiel die Situation gleich ins Auge, wie Pressesprecher Hans-Jürgen Schlosser berichtet: "Man hat auch beim Eintreffen der zuständigen Feuerwehren an der Unfallstelle gesehen, dass sich hier im Brückenbereich leider sehr viele Gaffer eingefunden haben".

Aber damit nicht genug. Auch mehrere Autofahrer auf der Gegenfahrbahn wurden dabei erwischt, wie sie den Unfall mit ihrem Smartphone filmten. "Wir haben auch, wie wir unten sehen, mit Fahrzeugblockaden, Sichtblockaden errichtet, so dass man nicht auf das verunfallte Fahrzeug blicken kann", erklärt Schlosser.