8. Juli 2019 - 17:10 Uhr

"Das Land macht viele schlimme Dinge"

Was der Iran da treibt, macht US-Präsident Donald Trump wütend. Wieder einmal. Es geht um das Atomprogramm: "Der Iran sollte besser vorsichtig sein", sagte Trump in New Jersey. Das Land mache "viele schlimme Dinge". Was der Präsident damit meinte? Der Iran hatte angekündigt, mehr Uran anzureichern als bisher. Die Menge solle von fünf auf 20 Prozent steigen.

Und da wird es heikel. Denn Uran kann man für ganz normale Atomkraftwerke benutzen und damit ebenso normalen Strom produzieren - doch man kann damit auch Atombomben bauen. Und genau das wollen die Amerikaner und übrigens auch Europa, Russland und China verhindern. Zwar müsste man für Atombomben Uran auf 90 Prozent anreichern. Doch allein die Steigerung versteht man außerhalb des Irans als Drohung. Denn wer auf 20 Prozent steigert, steigert vielleicht auch irgendwann auf 90 Prozent.

Droht ein neuer Krieg?

Deswegen reagiert Trump ebenfalls mit einer Warnung. Und sein Außenminister Mike Pompeo wurde sogar noch deutlicher: "Die jüngste Ausweitung des iranischen Atomprogramms wird zu weiterer Isolation und Sanktionen führen", twitterte er. "Ein iranisches Regime, das mit Atomwaffen ausgerüstet ist, würde eine noch größere Gefahr für die Welt darstellen", schrieb Pompeo. In den vergangenen Wochen hatten schon manche einen neuen Krieg heraufziehen sehen. Denn die USA haben Truppen in die Gegend verlegt. Hoffnung macht manchen, dass Trump im Wahlkampf versprochen hatte, die USA in keine neuen Kriege zu führen.

Dass der Iran Atomwaffen bekommt, will kaum ein Land. Russland ist dagegen, China, Deutschland, Frankreich und Großbritannien auch. Und die USA ja sowieso - daher haben genau diese Staaten ja auch 2015 schon ein großes Abkommen mit dem Land abgeschlossen. Das erlaubte dem Land auf der einen Seite, Atomkraftwerke zu errichten. Es verbot ihm aber, Atombomben zu bauen.

Im Gegenzug wollten die Partnerstaaten ihre Sanktionen schrittweise aufheben. Am Ende sollten alle etwas davon haben: Alle werden reicher, weil sie miteinander Handel treiben können und die Region wird sicherer, weil sich niemand vor Atomwaffen fürchten muss.

Israel ist gegen das Abkommen

Vor allem Israel fürchtet das Regime in Teheran - kein Wunder, wenn man sich anhört, was Politiker dort so sagen. Immer wieder drohen sie dem Land mit Vernichtung. Viele Politiker in Israel, zum Beispiel Premierminister Benjamin Netanjahu, trauen dem Iran nicht über den Weg und halten das Abkommen für einen großen Fehler.

Netanjahu befürchtet, dass Teheran heimlich trotzdem die große Bombe baut. Weil Trump das auch so sieht, ist er im vergangenen Jahr aus dem Abkommen ausgestiegen. Das war aber für den Iran überhaupt erst der Anlass, wieder mehr Uran anzureichern. Denn bisher hatte das Land sich an das Abkommen gehalten, wie die Kontrolleure immer wieder bestätigt hatten.