Schon ein Drittel aufgebraucht

Baukindergeld findet reißenden Absatz

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13. September 2019 - 13:38 Uhr

Wer noch Baukindergeld will, der sollte sich beeilen

Die Bundesrepublik ist ein Mieterland. Das Baukindergeld soll da Abhilfe schaffen und jungen Familien den Traum vom Eigenheim ermöglichen. Seit dem 18. September 2018 winkt für den Bau eines Hauses oder den Kauf einer Immobilie ein staatlicher Zuschuss von 1200 Euro je Kind und Jahr, der über zehn Jahre ausgezahlt wird. Und wer davon noch profitieren will, der sollte sich beeilen.

Rund 135.000 Familien haben laut der zuständigen KfW-Bankengruppe schon einen Förderantrag gestellt, insgesamt 2,8 Milliarden Euro wurden bereits zugesagt. Damit ist fast ein Drittel der garantieren 9,9 Milliarden Euro weg. Außerdem drängt die Zeit. Die Summe steht nur bis Ende 2020 zur Verfügung. Ist der Topf leer, gehen auch die restlichen Antragsteller leer aus, die Bundesregierung wird nichts nachschießen.

Wer kommt für das Baukindergeld infrage?

Ob man Baukindergeld beantragen kann, hängt von der Größe der Familie und dem gesamten Haushaltseinkommen ab. Bei Familien und Alleinerziehende mit einem Kind darf ein gemeinsames Einkommen von 90.000 Euro nicht überschritten werden. Bei größeren Familien liegt die Grenze höher.

Eine grundlegende Voraussetzung nach dem Bau oder Kauf: Man muss mit den Kindern selbst in dem Haus oder der Wohnung wohnen. Dazu darf die Immobilie nicht von direkten Verwandten wie Eltern oder Großeltern gekauft werden.

65 Prozent der Antragsteller haben Kinder unter drei Jahren

Bis jetzt schlagen vor allem junge Familien beim Baukindergeld zu. 65 Prozent der Antragsteller haben Kinder im Vorschulalter, mehr als jede dritte Familie Kinder unter drei Jahren. Die meisten der Eltern sind zwischen 25 und 40 Jahre alt. Allerdings setzen viele eher auf den Immobilienkauf. Nur etwa ein Viertel des Geldes wurde für Neubauten genutzt, drei Viertel für den Kauf von Bestandsimmobilien.

Darin liegt ein großer Kritikpunkt des Baukindergeldes. Der Großteil der Anträge wird für Bestandsimmobilien gestellt wird und nicht für Neubau. Die angespannten Wohnungsmärkte der Großstädte profitieren davon nur wenig, bemängelt die FDP. Aus Sicht der Immobilienbranche macht es Häuser, Wohnungen und Grundstücke sogar noch teurer. Denn in vielen Fällen schlägt der Verkäufer die Prämie auf den Verkaufspreis auf.