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Bauernregeln im Juni: Wie wird der Sommer 2022? Das verraten die Volksweisheiten über unser Wetter

Wie will der Sommer werden?

Das sagen die Bauernregeln im Juni

Wie warm oder kalt wird es in Deutschland? Im Video: Temperatur-Vorhersage für 14 Tage
00:35 min
Im Video: Temperatur-Vorhersage für 14 Tage
Wie warm oder kalt wird es in Deutschland?

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von Amelie von Kruedener

Die Bauernregeln sollen etwas über das Wetter im Verlauf des Jahres aussagen. Den Regeln liegen Erfahrungen der Landwirte und anderen Menschen, die vom Wetter abhängig waren, zugrunde. Einige Bauernregeln für den Juni nehmen wir hier mal unter die Lupe. Besonders die Siebenschläfer-Bauernregel ist wohl jedem bekannt.

Im Video: So entwickeln sich die Temperaturen in den nächsten 14 Tagen

Bauernregel für den Juni: Juni, mehr trocken als nass, füllt mit gutem Wein das Fass.
Juni, mehr trocken als nass, füllt mit gutem Wein das Fass.
www.imago-images.de, imago images/Jacob Schröter, Jacob Schröter via www.imago-images.de

Das sagen Die Bauernregeln aus dem Juni

Diese Bauernregeln im Juni kümmern sich um die Ernte. Da sind Gewitter und Wind wohl sehr willkommen.

  • Wenn im Juni Nordwind weht, das Korn zur Ernte trefflich steht.
  • Bläst der Juni ins Donnerhorn, so bläst er ins Land das gute Korn.

Es geht wohl viel um den Wind, der nicht so zuverlässig zu sein scheint.

  • Mensch und Juniwind ändern sich geschwind.

Besonders die Feuchtigkeit im Juni ist für die Natur wichtig.

  • Juni, feucht und warm, macht keinen Bauern arm.

  • Im Juni ein Gewitterschauer macht das Herz gar froh dem Bauer.

Regen oder Trockenheit im Juni - das sagen die Bauernregeln

Regenvorhersage durch Bauernregeln
Regen in Maßen ist erstrebenswert für unsere Natur. Aber 40 Tage lang wäre ein bisschen viel des Guten.
www.imago-images.de, imago images/Jan Eifert, Jan Eifert via www.imago-images.de

Der 8. Juni soll das Wetter für die kommenden 40 Tage vorhersagen

  • An Sankt Medardus wird ausgemacht, ob vierzig Tag die Sonne lacht.

Erklärung: Am 8. Juni wird des heiligen Medardus (*475/+um 560) gedacht. Er wurde 530 zum Bischof von Vermond in der Picardie gewählt. Aufgrund seiner großen Liebe und Fürsorge gegenüber armen und notleidenden Menschen wurde er schon früh weithin verehrt. Medardus ist der Patron der Bauern, Winzer und Bierbrauer. Medardus' Tag ist ein bedeutender Lostag im Bauernjahr.

  • Sankt Medard keinen Regen trag', es regnet sonst wohl vierzig Tag'.

Bleibt zu hoffen, dass es zu Metardi, am 8. Juni nicht regnet. Sollte nämlich Regen fallen, fällt tatsächlich auch im restlichen Monat mehr Regen als üblich. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt bei 64 Prozent. Herrscht dagegen zu Metardi trockenes Wetter, ist der restliche Monat allerdings noch völlig offen.

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Trockenheit im April und die Folgen - Bauernregeln verweisen auf Gefahren

Schon die Bauernregeln sagen, dass Trockenheit im Juni für die Ernte schlecht ist.
Trockenheit im Juni ist extrem schlecht für die Landwirtschaft.
dpa, A2800 epa Dennis Beek

Der 11. Juni ist der Tag des Apostels Barnabas, der im ersten Jahrhundert den Märtyrertod erlitt. Ziemlich pessimistisch ist diese Bauernregel, die sich auf Dauerregen bezieht.

  • Hat Margarete keinen Sonnenschein, dann kommt das Heu nie trocken ein.
  • Regen an Sankt Barnabas, währet vierzig Tag' ohn' Unterlass.
  • Regnet's an Sankt Barnabas, schwimmen die Trauben bis ins Fass.

Etwas willkürlicher geht as zum heiligen St. Antonius zu.

  • Regnet's an Antoniustag, wird's Wetter später wie es mag.

Der 13. Juni ist der Tag des heiligen Antonius. Der Franziskanermönch Antonius von Padua (*um 1195/+1231) gehört zu den meistverehrten Heiligen Italiens.

Lese-Tipp: Was sind Bauernregeln eigentlich und stimmen sie überhaupt?

Fiese Schafskälte zwischen dem 10. und 20. Juni

  • Hat Sankt Veit starken Regen, bringt er unermesslichen Segen.

Der 15. Juni ist der Tag des heiligen Vitus (Veit). Dieser erlitt unter Diokletian (284-305) um 304, noch bevor er sein zehntes Lebensjahr erreichte, das Martyrium. Er gehört zu den vierzehn Nothelfern.

Zur Monatsmitte im Juni kommt es häufig zu einer großräumigen Wetterumstellung. Warmes Sommerwetter geht zu Ende und es folgt eine kühle Westwindwetterlage mit zeitweiligen Regenfällen. Im Volksmund wird diese Schlechtwetterphase als Schafskälte bezeichnet. Sie stellt sich häufig zwischen dem 10. und 20. Juni ein. Der Wind dreht dabei auf nordwestliche Richtungen. Die Schafskälte gehört zu den sogenannten meteorologischen Singularitäten. Dabei tritt während einer relativ engen Zeitspanne besonders häufig die gleiche oder eine ähnliche Wetterlage auf.

Lesetipp: Mehr zur Schafskälte

Besser mal sonniges Wetter am 19. Juni - ist gut für die Ernte

  • Wenn es regnet an Gervasius, es vierzig Tage regnen muss.

Erklärung: Der 19. Juni ist der Tag des heiligen Gervasius, eines Märtyrers des 3. Jahrhunderts. Er ist unter anderem Patron für eine gute Heuernte.

Und noch mehr Lostage, die auf das Jahr und die Ernte schauen

Bauernregeln für eine gute Nussernte
Eine gute Nussernte soll vom Regen im Juni verdorben werden.
PhotoAlto/Sweet & Sour
  • Regen am Johannistag, nasse Ernt' man erwarten mag.

Der 24. Juni ist der Tag des heiligen Johannis von Rom, eines Märtyrers des 3. Jahrhunderts. Er ist der Patron gegen Gewitter, Hagel, Blitze, außerdem für und gegen Sonnenschein.

  • Sankt Johannis Regengüsse, verderben uns die besten Nüsse.

Siebenschläfer am 27. Juni

  • Regnet's am Siebenschläfertag, es noch sieben Wochen regnen mag.
  • Wie's Wetter am Siebenschläfertag, so bleibt es sieben Wochen danach.

Der 27. Juni ist der sogenannte Siebenschläfertag. Der Siebenschläfer hat nichts mit dem gleichnamigen Tier zu tun, sondern hat seinen Ursprung in einer frühchristlichen Legende, nach der sich zur Zeit der Christenverfolgung unter Kaiser Decius sieben Brüder, christliche Schafhirten, in einer Höhle bei Ephesos versteckt haben sollen, um den Verfolgern zu entgehen. Dort sollen sie in tiefen Schlaf gefallen und erst etwa zweihundert Jahre später wieder aufgewacht sein. Mit dieser Legende wird heute eine Grotte auf dem Ruinengelände von Ephesus, jedoch auch eine Höhle, die im Nordwesten von Tarsus liegt, in Verbindung gebracht. Die Siebenschläferregel ist eine der bekanntesten Bauernregeln. Sie bewahrheitet sich in etwa zwei von drei Jahren.

Allerdings kann der Siebenschläfertag, der 27. Juni, nicht allein als Kriterium herangezogen werden, sondern man muss den Zeitraum von Ende Juni bis Anfang Juli betrachten. Berücksichtigt man die Gregorianische Kalenderreform liegt der entsprechende Zeitraum sogar erst am 7. Juli. Es geht um eine großräumige Wetterumstellung in dieser Zeit, die das Wetter für mehrere Wochen beeinflusst. Dies gilt im Prinzip für aller Wettertypen, die sich um den Monatswechsel einstellen. Geht beispielsweise eine warme Hochdrucklage zu Ende und vom Atlantik ziehen mehrere Tage lang Regengebiete heran, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die unbeständige Witterung etwa sieben Wochen anhält. In vielen Jahren tritt dann erst im August wieder eine längere hochsommerliche Witterungsperiode auf. Wenn sich nach einem verregneten Juni zum Ende des Monats dagegen warmes Sommerwetter einstellt, besteht berechtigte Hoffnung, dass das schöne Wetter mit nur kurzen Unterbrechungen bis in den August anhält.

Peter und Paul gehören zur Siebenschläferregel

  • Regnet's am Tag von Peter und Paul, steht es mit dem Wetter faul. Es drohen dreißig Regentage, da nützet nun mal keine Klage.

Am 29. Juni wird der Apostel Peter und Paul gedacht, die in ländlichen Gebieten auch als die Herren über das Wetter galten. Hinter der Regel vom St. Peters-Tag steckt die Siebenschläferregel. Sie ist eine der bekanntesten Bauernregeln und bewahrheitet sich in etwa zwei von drei Jahren.

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(avo)