Sind Sie vielleicht total verkopft?

Die richtige Entscheidung treffen: Psychologin verrät, wie Sie Ihr Bauchgefühl trainieren

Wie entsteht eigentlich das Bauchgefühl? Entscheidungen treffen
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Entscheidungen treffen
Wie entsteht eigentlich das Bauchgefühl?

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Wie treffen Sie wichtige Entscheidungen? Sind sie mehr Kopfmensch? Dann schreiben Sie zum Beispiel Pro-und-Kontra-Listen. Oder hören Sie eher auf Ihren Bauch - und vertrauen Ihrer Intuition? Eine Umfrage zeigt, dass 75 Prozent der Deutschen gute Erfahrungen mit Bauchentscheidungen gemacht haben. Dabei hat der Bauch mit alldem eigentlich nichts zu tun, wie Ihnen Simon Baltruschat und Lisa Wagner im Video zeigen. Die Familienberaterin Ruth Marquardt erklärt im Interview, wie Sie Ihr Bauchgefühl trainieren können.

Das Bauchgefühl braucht Training

Ist es nicht so: Entscheidungen, die man nach dem Bauch gefällt hat, bereut man auch gern mal? Was kann passieren, wenn ich nicht so einigermaßen gut trainiert darin bin, auf meinen Bauch zu hören? Und wenn ich den nicht über Erfahrungen geprüft habe? „Je öfter ich das trainiere, desto besser wird mein Bauchgefühl“, sagt die psychologische Expertin Ruth Marquardt. „Denn mein Bauch ist ja eigentlich das gesammelte Wissen vieler Jahre.“

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Aber wie lernt man eigentlich, die eigene Bauchstimme zu finden? Die Expertin weiß: „Dazu braucht es gelegentlich mal Stille, Ruhe und Auszeiten – das, was uns allen ja immer fehlt.“ Denn in der Regel hetzen wir von einem Termin zum nächsten und sind dann dabei von so vielen Dingen beeinflusst. Marquardt trainiert daher die Bauchstimme so: „Ich halte mal Zwiegespräche. Das kann bei einer Tasse Kaffee oder Tee stattfinden. Ich setze mich dann hin und ich spüre mal, was ist gerade los?“

Ihre Meinung ist gefragt!

Die Ergebnisse der Umfrage sind nicht repräsentativ!

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Wenn es sich nicht entspannt anfühlt, will der Kopf mir etwas einreden

Manchmal sagt der Kopf eher das – und der Bauch eher das. Wann spürt man denn, dass man sich jetzt besser auf die Bauchstimme verlassen soll? Dabei gelte, so die Familienberaterin: „Je weniger Stimmen von außen kommen, desto besser, damit ich mich noch mal mit mir befassen kann.“ Vielleicht helfe tatsächlich auch eine Liste: Sich alles aufzuschreiben und dann darauf zu achten.

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Folgende Fragen helfen, das Bauchgefühl einzuschätzen: „Träume ich davon? Kommt der Gedanke immer wieder? Ist das was, womit ich mich wohlfühle? Schenkt es mir Energie oder merke ich auch, dass ich wirklich in den Bauch atme oder in die Brust atme?“ Wenn es sich nicht entspannt anfühle, so Marquardt, dann ziehe sich der Körper zusammen, die Schultern gehen hoch. „Dann ist das meistens eine Kopfgeschichte, wo ich mir etwas einreden oder erzwingen möchte“, weiß die Expertin.

Familienberaterin Ruth Marquardt im RTL-Interview.
Das Bauchgefühl kann man trainieren, sagt Familienberaterin Ruth Marquardt.
RTL

Bauchgefühl für Kinder ein Überlebenswerkzeug

Bei Kindern hat man auch lange das Gefühl, dass sie eigentlich nur nach dem Bauch entscheiden - sind die dann auch treffsicher mit ihrem Bauchgefühl? Die Familienberaterin weiß: "Also gerade die kleinen Kinder, bei denen kann man das ja toll beobachten, die sind ja sogar abhängig davon, das ist deren mitgebrachtes Überlebenswerkzeug. Die spüren vieles intuitiv. Das wird uns dann abtrainiert, wenn wir in die Schule kommen." Und je mehr Verstand, je mehr logisches Denken, desto leiser werde dann oft das Bauchgefühl. (ija)