Bauchaortenaneurysma: Mehr als 200.000 Deutsche haben ein Aneurysma im Bauch, ohne es zu wissen

Vor allem Männer ab 65 Jahren haben ein erhöhtes Risiko für ein Bauchaortenaneurysma.
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05. März 2018 - 16:43 Uhr

Aneurysma-Vorsorge ist für Männer ab 65 jetzt kostenfrei

Der Riss eines Bauchaortenaneurysmas zählt in Deutschland zu den zehn häufigsten Todesursachen. Vor allem Männer ab 65 Jahren haben ein erhöhtes Risiko für eine Ausweitung der Bauchaorta. Deswegen übernehmen die Krankenkassen jetzt ein einfaches und schmerzloses Ultraschall-Screening.

Bauchaortenaneurysma - Eine tickende Zeitbombe

Experten zufolge sollen mehr als 200.000 Menschen in Deutschland eine defekte Bauchaorta haben, die jederzeit platzen könnte. Und die meisten Betroffenen wissen gar nicht, dass sie ein Bauchaortenaneurysma und damit eine tickende Zeitbombe in sich tragen. Während laut Schätzungen bei vier bis acht Prozent der Männer über 65 ein Bauchaortenaneurysma vorliegt, sind bei Frauen gleichen Alters nur rund 0,5 bis 1,5 Prozent betroffen, so der Gemeinsame Bundesausschuss.

Bei einem Aneurysma der Bauchaorta handelt es sich um eine Erweiterung der Bauchschlagader, die durch vermehrte Gefäßverkalkungen, die sogenannte Arteriosklerose, verursacht wird. Bei einem Aneurysma kann sich der Durchmesser einer männlichen Bauchschlagader von 2,5 bis 3 cm auf einen kritischen Wert von 5 bis 8 cm weiten. Ab dann wird das Risiko für einen Riss der Bauchaorta besonders hoch und endet bei Nichtbehandlung in vielen Fällen tödlich. Platzt das Aneurysma, verbluten 80 Prozent der Betroffenen in kürzester Zeit.

Bei einem Aneurysma der Bauchaorta gibt es kaum Symptome

Das Gemeine an der Krankheit: Betroffene merken zunächst nichts von dem Aneurysma, da sie keine Symptome spüren. Pro Jahr wächst es 3 bis 4 mm und bleibt oft jahrelang unentdeckt. Oft wird die gefährliche Erweiterung nur durch Zufall erkannt, zum Beispiel wenn der Patient wegen Gallensteinen behandelt wird. Deswegen wird ein Bauchaortenaneurysma auch als "silent killer" - zu Deutsch als "stiller Mörder" bezeichnet.

Was kann man gegen ein Bauchaortenaneurysma tun? Vorsorge!

Wichtig ist es, zur vorbeugenden Ultraschalluntersuchung zu gehen. Da die Gefäßverkalkung überwiegend bei Männern auftritt, zahlt die Krankenkasse seit Januar 2018 allen Männern ab 65 Jahren ein einmaliges Screening. Denn wird ein Aneurysma frühzeitig erkannt, kann der Arzt das Risiko eines Risses mit verschiedenen Maßnahmen deutlich senken. Die Ultraschalluntersuchung ist unkompliziert und schmerzlos und wird von vielen Hausärzten ausgeführt. Weiterhin raten Mediziner zu einem gesunden Lebensstil. Denn Rauchen, Bluthochdruck und hohe Blutfett- und Cholesterinwerte, aber auch die erbliche Veranlagung gelten als Risikofaktoren für eine Gefäßerweiterung.