Um Platz für Superstar zu schaffen

Deutscher NBA-Profi Wagner knapp 4 Wochen nach Verpflichtung wieder gefeuert

Nur ein kurzes Vergnügen: Moritz Wagner (Mitte) ist nicht mehr Spieler von den Boston Celtics.
Nur ein kurzes Vergnügen: Moritz Wagner (Mitte) ist nicht mehr Spieler von den Boston Celtics.
© AP, Charles Krupa, CAK

17. April 2021 - 12:47 Uhr

Wagner machte nichts falsch

Die Möbel sind noch nicht einmal in der neuen Wohnung, da muss der deutsche NBA-Spieler Moritz Wagner seine Zelte in Boston schon wieder abbrechen. Denn nur knapp vier Wochen nach seinem Wechsel zu den Boston Celtics wird der 23-Jährige von seinem neuen Arbeitgeber wieder gefeuert – ohne irgendeinen Fehler gemacht zu haben. Der 2,11-Meter-Hüne wird stattdessen zum Opfer der Transferpolitik.

Wie geht es weiter mit Wagner?

Die Celtics mussten nämlich Platz schaffen, um Top-Star Jabari Parker zu verpflichten. Im Gegensatz zu europäischen Ligen gibt es in der NBA eine Gehaltobergrenze, weswegen die Teams extrem auf die Bezüge ihrer Spieler achten müssen. Um die rund 20 Millionen Dollar Gehalt von Parker stemmen zu können, musste der circa 2 Millionen Dollar "schwere" Wagner weichen.

Das System der NBA erlaubt es dem Deutschen aber, genauso schnell wieder einen Job zu finden, wie er gefeuert wurde: Wagner wandert ab sofort auf eine Liste vertragsloser Spieler (Waiver List), die binnen 48 Stunden von einem Konkurrenten verpflichtet werden können. Passiert das nicht, wird er zum Free Agent.

So bizarr diese Geschichte klingt, sind Fälle wie bei Wagner an der Tagesordnung. Wie in der amerikanischen Wirtschaft gibt es auch in der NBA das sogenannte Hire-and-Fire-System (zu deutsch: einstellen und feuern), in dem mit Arbeitsverträgen deutlich leichtfertiger umgegangen wird als hierzulande.

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