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Barmer: Sachsen-Anhalter länger und wegen Psyche krank

Barmer: Sachsen-Anhalter länger und wegen Psyche krank

Krankmeldung
Ein Smartphone liegt auf einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Foto: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild
deutsche presse agentur

Magdeburg (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt sind die Menschen nach einer Auswertung der Krankenkasse Barmer im Vorjahr länger krankgeschrieben worden als 2020. Die Dauer liegt außerdem klar über dem Bundesdurchschnitt und der Anteil psychischer Erkrankungen nahm deutlich zu. Das ergab eine Auswertung der Krankheits-Fehltagen von rund 98.800 erwerbstätigen Versicherten im Alter von 15 bis 64 Jahren, wie die Barmer am Donnerstag mitteilte.

2020 war laut Statistik ein Versicherter im Schnitt an 21,92 Tagen krankgeschrieben, im vergangenen Jahr waren es dann schon 22,29 Tage. Das entspricht einem Anstieg von 1,7 Prozent.

Gleichzeitig liegt Sachsen-Anhalt damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 17,5 Krankheitstagen. Für die meisten Fehltage sorgten Muskel-Skelett-Erkrankungen. Zweithäufigste Ursache für eine Krankschreibung waren psychische Leiden - deswegen war 2021 jede bei der Kasse in Sachsen-Anhalt versicherte Erwerbsperson 4,14 Tage arbeitsunfähig, in 2020 waren es erst 3,88 Tage gewesen.

"Ob die seelischen Belastungen durch die Corona-Pandemie tatsächlich die Ursache für den Anstieg psychischer Erkrankungen im Jahr 2021 sind, lässt sich mit Krankenkassendaten allein nicht feststellen", sagte Axel Wiedemann, Landesgeschäftsführer der Barmer. Schon vor der Pandemie hätten diese Krankschreibungen von Jahr zu Jahr zugenommen. Er forderte die Arbeitgeber auf, mehr in das betriebliche Gesundheitsmanagement zu investieren, um Arbeitsbedingungen für Beschäftigte zu verbessern und somit auch Erkrankungen zu vermeiden.

© dpa-infocom, dpa:220623-99-768989/4


Quelle: DPA