Er gab einem Obdachlosen mit Zahnpasta gefüllte Oreo-Kekse

Youtuber bekommt für "Prank-Video" 15 Monate Haftstrafe

Youtuber Kanghua Ren hat wegen eines Prank-Videos 15 Monate auf Bewährung bekommen
© RTL Interactive

04. Juni 2019 - 9:29 Uhr

Strafe wegen Youtube-Prank

Youtuber Kanghua Ren aus Barcelona spielte einem Obdachlosen einen Streich und filmte ihn dabei, wie er präparierte Kekse aß. Die hatte der Youtuber vorher mit Zahnpasta gefüllt. Dafür bekam er jetzt 15 Monate Gefängnisstrafe. Dass er die Strafe antreten muss, ist aber unwahrscheinlich. In Spanien soll es in vielen Fällen üblich sein, dass man als Ersttäter, bei einem Strafmaß unter zwei Jahren für gewaltfreie Verbrechen, die Strafe nicht antreten muss.

Der Obdachlose hatte Angst um sein Leben

Der 19-jährige Youtuber Ren nahm schon öfters Prank-Videos auf, in denen er Leuten ekliges Essen gab. In einem Streich, tauschte er die Füllung aus Oreo-Keksen aus und schmierte Zahnpasta rein. Dann verpackte er die Kekse wieder neu und gab sie einem Obdachlosen, George L. Das Video veröffentlichte er auf seinem Youtube-Kanal "Reset".

Der 53-jährige George L. fühlte sich krank, nachdem er die Kekse aß. Er musste sich kurze Zeit später übergeben und hatte Angst um sein Leben. Er kannte weder den Youtuber, noch wusste er, was er da gerade gegessen hatte.

Ren machte sich weiter lustig

Im Video machte Ren sich noch weiter über L. lustig: "Vielleicht bin ich etwas zu weit gegangen, aber schaut auf die positive Seite: Das wird ihm helfen, seine Zähne sauber zu bekommen. Ich glaube, er hat sie nicht mehr geputzt seit er arm wurde."

Dass das Video unangebracht war, sah er nicht wirklich ein. Er sagte, dass die Leute wahrscheinlich nichts gesagt hätten, wenn er den Streich einer normalen Person gespielt hätte und nicht einem Bettler. Später löschte er die Videos und wollte L. 380 Dollar zahlen, damit er nichts sagt.

Für einen anderen Streich füllte er Sandwiches mit Katzenkot

Ren wurde vom Gericht aufgefordert, dem Obdachlosen 20.000 Euro Entschädigung zu zahlen. Und er wurde für fünf Jahre von Youtube und anderen sozialen Medien verbannt.

Die Richterin, Rosa Aragones, erklärte beim Verkünden ihres Urteils, dass Rens Verhalten keine einmalige Sache war. Er soll schon zuvor für ein Prank-Video Sandwiches mit Katzenkot gefüllt haben und diese an Schulkinder und ältere Menschen verteilt haben.