"Barbarisch und überflüssig": Isländische Walfänger töten seltenen Blauwalhybrid

Blauwaljagd ist verboten – doch wie sieht es mit Hybriden aus?

Wie grausam! Isländische Walfänger haben einen seltenen Blauwalhybrid getötet – dabei ist zumindest die Jagd auf Blauwale strengstens untersagt. Haben die Jäger mit der Tötung gegen das Gesetz verstoßen?

Seltene Kreuzung zwischen Blauwal und Finnwal

Die Aufnahmen der Meeresschutzorganisation "Sea Shepherd" zeigen, wie Mitglieder des Walfangunternehmens "Hvalur" einen Wal töten. Dabei soll es sich um eine Kreuzung aus einem Blauwal und einem Finnwal handeln. Da Blauwale vom Aussterben bedroht sind, ist es verboten, Jagd auf die riesigen Meeresbewohner zu machen. Die Tötung einer bestimmten Anzahl von Finnwalen ist dagegen erlaubt. Doch wie steht es mit den Hybriden?

Blauwale können mit den etwas häufiger vorkommenden Finnwalen Nachkommen zeugen. Doch auch wenn Finnwale ebenfalls zu den gefährdeten Arten zählen, erlaubt die isländische Regierung seit 2006 die Jagd auf die nächsten Artverwandten des Blauwals. Auch die Tötung von Hybriden der beiden Wale ist nicht verboten – sehr zum Leidwesen vieler Tierschützer.

Artenschützer schlagen Alarm

Roland Gramling, Sprecher für Artenschutz beim WWF, kritisiert den Fang von Blauwalhybriden im Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung":

"Das ist barbarisch und überflüssig. Island fängt unter Artenschutz stehende, bedrohte Wale und verkauft das Fleisch an Japan, weil der dortige Markt angeblich danach verlangt. Tatsächlich vergammeln in Japan Berge von Walfleisch, weil die Nachfrage immer weiter sinkt."

Erst vor wenigen Wochen wurde der erste Fall seit über 40 Jahren bekannt, in dem ein Blauwal von "Hvalur" getötet wurde. Andere Walarten wie Grindwale werden sogar zu Hunderten in grausamen Ritualen – wie dem faröischen "Grindadráp" – geschlachtet. Bleibt zu hoffen, dass auch Grindwale, Finnwale und ihre gemeinsamen Nachkommen mit dem bedrohten Blauwal schon bald durch ein Jagdverbot geschützt werden.