Barack Obama: Anwalt der Bürger

Der Präsident kauft ein: Frische Äpfel und Ahorn-Sirup.
© REUTERS, KEVIN LAMARQUE

07. November 2012 - 7:08 Uhr

Steiler Aufstieg

Barack Hussein Obama wurde am 4. August 1961 in Honolulu (US-Bundesstaat Hawaii) als Sohn des kenianischen Austauschstudenten Barack Obama Senior (1936-1982) und der US-amerikanischen Anthropologin Ann Dunham (1942-1995) geboren. Ab seinem zehnten Lebensjahr wuchs er bei seinen Großeltern (mütterlicherseits) auf Hawaii auf. Obamas Großmutter Madelyn Dunham starb in der Nacht vom 2. November auf den 3. November 2008 an Krebs und erlebte die Wahl ihes Enkels zum Präsidenten am 4. November nicht mehr.

Der spätere US-Präsident studierte am Occidental College in Los Angeles (1979 -1981) und an der Columbia University in New York City (1981-1983) erfolgreich Politikwissenschaften und Internationale Beziehungen.

Nach fünf Jahren Sozial- und Gemeindearbeit im New Yorker Stadtteil Harlem und in Chicago folgte ein Jurastudium an der Harvard Law School (1988-1991, Abschluss 'magna cum laude'). Während eines Praktikums lernte er die Anwältin Michelle Robinson kennen, die 1992 Obamas Ehefrau werden sollte.

Zurück in Chicago leitete Obama 1992 zunächst eine erfolgreiche Kampagne zur Wahlregistrierung afroamerikanischer Bürger. Von 1993 bis 2004 arbeitete er als Anwalt für eine Kanzlei, die im Zivilrecht mit dem Schwerpunkt Bürgerrecht tätig war.

1996 kandidierte er bei den Senatswahlen von Illinois erfolgreich für die Demokraten und wurde bei der nächsten Wahl bestätigt. Schon damals setzte er sich insbesondere für eine Krankenversicherung und Steuererleichterungen für Arme ein.

Der Versuch, 2000 in das US-Repräsentantenhaus einzuziehen, war jedoch nicht von Erfolg gekrönt. Vier Jahre später jedoch zog er an dem Abend, an dem George W. Bush als US-Präsident bestätigt wurde, mit deutlichem Ergebnis als erster schwarzer demokratischer Senator in den US-Senat ein.

Duell mit Hillary Clinton

Fortan schwamm der Senator von Illinois wegen seines Charmes und seiner frischen Art auf einer Welle der Sympathie, so dass er im Februar 2007 offiziell seine Kandidatur für die Präsidentschaftswahl im November 2008 erklärte.

Das Demokraten-interne Rennen wurde zu einem harten Duell zwischen ihm und seiner New Yorker Amtskollegin Hillary Clinton. Die Rollenverteilung war klar. Obama war der international unerfahrene Frischling, Clinton hingegen warb als Frau des früheren Präsidenten Bill Clinton (1993-2001) mit ihrer Zeit als First Lady im Weißen Haus und ihrer vier Jahre längeren Senatserfahrung. Durch diese Zeit hatte sie auch auf der politischen Bühne das bessere Netzwerk.

Obama drehte den Spieß um und verkaufte seine vermeintliche Unerfahrenheit als frischen Wind, der durch Washington wehen sollte, und positionierte sich als Gegengewicht zum alteingesessenen Polit-Establishment. Es ging ihm um Wandel, Erneuerung ('Change') und Aufbruchswillen, was er mit dem einschlägigen Slogan "Yes We Can" zum Ausdruck brachte. Und so konnte er eine unerwartet große Anhängerschaft um sich scharen.

Schließlich sicherte auch der demokratische Senator und jüngste Bruder des kultisch verehrten Ex-Präsidenten John F. Kennedy, Edward 'Ted' Kennedy, Obama seine Unterstützung zu. In einigen Zeitungen bekam der politische Senkrechtstarter schon den Namenszusatz 'schwarzer Kennedy'.

Letztlich setzte sich der Anwalt aus Chicago gegen die Ex-First-Lady durch. Trotz der erbitterten und oft persönlichen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Demokraten gelang es Obama, die Partei hinter sich zu bringen. Er versöhnte die Clinton-Anhänger dadurch, dass er Hillary als Außenministerin ins Spiel brachte. Clinton verzichtete im Gegenzug in einer Geste der Versöhnung und Geschlossenheit auf ihre theoretisch mögliche 'Kampfkandidatur' auf dem demokratischen Parteitag und stellte sich demonstrativ hinter Obama.

Bei der Wahl am 4.11.2008 schlug Obama schließlich den Republikaner John McCain mit 52,9 Prozent der Stimmen und zog als erster schwarzer US-Präsident in das Weiße Haus in Washington ein.