Sogar ihr Arbeitgeber feuerte sie

Bank überweist Amerikanerin 1,2 Millionen - dann landet sie im Knast

Eine Bank hat einer Amerikanerin versehentlich mehr als eine Million Dollar überwiesen. (Symbolbild)
Eine Bank hat einer Amerikanerin versehentlich mehr als eine Million Dollar überwiesen. (Symbolbild)
© REUTERS, MOHAMED ABD EL GHANY, /FW1F/Nicholas ZIEMINSKI

14. April 2021 - 14:02 Uhr

Amerikanerin bekommt fälschlicherweise 1,2 Millionen Dollar überwiesen

Erst Höhenflug dann freier Fall. Eine 33-jährige Amerikanerin aus New Orleans weigerte sich 1,2 Millionen Dollar zurückzuzahlen, die von der Bank fälschlicherweise auf ihr Konto überwiesen wurden. Stattdessen nutzte sie das Missverständnis aus und investierte das Geld in ein Auto und ein Haus.

Das Bankunternehmen verklagt die Amerikanerin

Plötzlich Millionärin. Was nach einer Traumvorstellung klingt, kann einem schnell zum Verhängnis werden. Diese schmerzliche Erfahrung musste die Amerikanerin Kelyn Spadoni vergangene Woche machen.

Das amerikanischen Finanzdienstleistungsunternehmen Charles Schwab überwies der 33-Jährigen fälschlichweise 1,2 Millionen Dollar (umgerechnet gut eine Million Euro). Ein schwerwiegender Fehler, denn eigentlich sollte die Frau aus einem Vorort von New Orleans nur 82 Dollar (68, 49 Euro) bekommen.

Spadoni hinterfragte ihren plötzlichen Reichtum nicht. Sie transferierte das Geld schnellstmöglich auf ein anderes Konto und nutzte es für den Kauf eines Hauses und eines Hyundai Genesis aus dem Jahr 2021. An eine Rückzahlung des Geldes dachte die Amerikanerin gar nicht erst. Doch ihre Freude hielt nur kurz an.

Als die Bank ihren Fehler bemerkte und versuchte, das Geld zurückzufordern war es schon zu spät. Die Amerikanerin hatte ihr Konto bereits leergeräumt. Da es dem Unternehmen nicht gelang, Kelyn Spadoni zu erreichen, verklagte Charles Schwab die Amerikanerin am Dienstag vor einem Bundesgericht. Am Mittwoch folgte die Verhaftung der 33-Jährigen. Sie wird des Diebstahls im Wert von über 25.000 Dollar, des Bankbetrugs und der illegalen Weitergabe von Geldmitteln beschuldigt.

Auf die Verhaftung folgte die Entlassung. Ihr Arbeitgeber, das Jefferson Parish Sheriff's Office in New Orleans, entließ Spadoni noch am selben Tag aus ihrem Job als "911 Dispatcher". Dort hat sie mehr als vier Jahren gearbeitet.

Bisher seien etwa 75 Prozent des Geldes zurückerhalten worden

Gegen eine Kaution von 50.000 Dollar, durfte die Amerikanerin das Gefängnis vergangen Donnerstag wieder verlassen.

Jason Rivarde, ein Sprecher des Sheriffs, erklärte in einem Statement der Polizei, dass, obwohl das Geld auf Spadonis Konto überwiesen wurde, es nicht ihr Geld sei. Aus diesem Grund habe sie keinen rechtlichen Anspruch auf das Geld selbst wenn es ihr aus Versehen überwiesen wurde.

Das Bankunternehmen argumentierte in seiner Klage, dass Spadonis Kontovertrag mit Schwab eine Vereinbarung enthielt, die besagt, dass, ein Kunde bei einer Überzahlung von Geldern dazu verpflichtet ist, den vollen Betrag zurückzugeben. "Wenn jemand versehentlich eine zusätzliche Null auf eine Versorgungszahlung setzt, würde er dieses Geld auch zurückhaben oder gutgeschrieben bekommen wollen. Das ist nicht anders", erklärte Rivarde. Bisher habe die Bank etwa 75 Prozent ihres Geldes zurückerhalten.

So schnell wie der Wohlstand für Kelyn Spadoni kam, ist er auch schon wieder weg. Zurück auf dem Boden der Tatsachen, muss die Amerikanerin nun wohl oder übel ersteinmal ohne Job und Geld zurechtkommen.

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