Studentinnen kämpften für härtere Strafen

Bangladesch führt Todesstrafe für Vergewaltiger ein

Tausende Studentinnen gingen in Bangladesch auf die Straße.
Tausende Studentinnen gingen in Bangladesch auf die Straße.
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12. Oktober 2020 - 21:48 Uhr

Neues Gesetz nach wochenlangen Protesten

Nach mehrtägigen Protesten hat die Regierung Bangladeschs eine Gesetzesänderung beschlossen, die die Todesstrafe für Vergewaltiger erlaubt. Danach solle jeder, der für eine Vergewaltigung verurteilt wird, mit dem Tode oder lebenslanger Haft bestraft werden, sagte ein Kabinettssprecher am Montag. Bislang war die Höchststrafe für Vergewaltigungen lebenslange Haft.

„Hängt die Vergewaltiger“

 October 10, 2020, Dhaka, Dhaka, Bangladesh: Students and Activists hold placards in front of National parliament in Dhaka , Bangladesh on Saturday, October 10, 2020. As they demand justice for an alleged gang raped woman in Noakhali, southern distri
"Echte Männer vergewaltigen nicht" steht auf dem Schild.
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Aktivisten kritisieren, dass Täter nur selten verurteilt würden und viele Taten nie angezeigt würden, da sich die Opfer vor sozialer Stigmatisierung fürchteten. Der Justizminister erklärte, dass am Dienstag eine präsidentielle Erklärung erwartet wird, die die neue Regelung in Kraft treten lasse.

Die Proteste begannen, nachdem ein Video eines sexuellen Missbrauchs viral ging. Inzwischen hat die Polizei acht Verdächtige festgenommen. Tausende Demonstranten forderten in den vergangenen Tagen auf den Straßen Bangladeschs härtere Strafen für Vergewaltiger. Sie riefen etwa "hängt die Vergewaltiger" und "keine Gnade für Vergewaltiger".

Quelle: dpa, RTL.de