Bande vergewaltigt Schülerinnen: Erster Angeklagter gesteht

13. Juli 2018 - 20:50 Uhr

Fünf Männer angeklagt

Erst nur zwanglos verabredet, doch dann ins Auto gelockt, das Handy weggenommen und an entlegenen Orten vergewaltigt: Eine Gruppe junger Männer soll nach diesem Muster Sexualstraftaten begangen haben. Die Opfer sind Schülerinnen. Zu Prozessbeginn gestand der erste Angeklagte seine Taten.

Geständnis des Angeklagten: "Ich schäme mich"

Der 20-jährige Gelsenkirchener ließ seinen Anwalt eine Erklärung verlesen. "Ich stehe zu meinen Taten und möchte mich in aller Form entschuldigen", hieß es darin. Darüber hinaus bot er allen betroffenen Schülerinnen ein angemessenes Schmerzensgeld an. Er schäme sich für seine Taten.

Möglicherweise weitere Schülerinnen vergewaltigt

Die fünf Angeklagten im Alter von 17 bis 24 Jahren sollen in unterschiedlicher Zusammensetzung mindestens sieben Schülerinnen sexuell genötigt haben. Laut Staatsanwaltschaft verabredete sich jeweils ein Mitglied der Gruppe mit einem Mädchen. Dann seien weitere junge Männer scheinbar zufällig dazugekommen. Mit einem Auto sei man durch die Stadt gefahren und habe dem Opfer das Handy abgenommen. Dann sei es an entlegenen Orten zu den Vergewaltigungen gekommen.

Die Polizei geht davon aus, dass es noch weitere Übergriffe auf bislang nicht ermittelte Mädchen gegeben hat. Zuerst hatten drei Mädchen Anzeige erstattet, die Polizei rief daraufhin mögliche weitere Opfer dazu auf, sich zu melden. Die beschuldigten Deutschen stammen aus Gelsenkirchen, Essen und Wuppertal.

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Fahndung nach Verdächtigem mit Foto

Die Gruppenvergewaltigungen in Essen sorgten im Winter für Schlagzeilen. Die Angeklagten hatten sich im November 2017 zu zwei Gruppen im Kurznachrichtendienst "Whatsapp" zusammengeschlossen. Darin sollen sie sich über Frauen unterhalten, Verabredungen getroffen und sich auch über die angeklagten Taten ausgetauscht haben.

Nach den organisierten Übergriffen hatte die Polizei nach dem verdächtigen Dean Martin L. mit einem Foto öffentlichkeitswirksam gefahndet. Der 18-Jährige stellte sich daraufhin unter dem Druck seiner Familie der Polizei. Dean Martin L. sitzt mit den vier mutmaßlichen weiteren Tätern auf der Anklagebank.

Das Urteil wird im November erwartet. Vorerst 21 Verhandlungstage hat das Landgericht Essen angesetzt.