Ban Ki Moon: Flüchtlingskrise schlimmste seit dem Zweiten Weltkrieg

Bei einem Treffen mit Matteo Renzi und Federica Mogherini bezeichnete Ban Ki Moon die Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer als schlimmste humanitäre Krise seit dem zweiten Weltkrieg.
Bei einem Treffen mit Matteo Renzi und Federica Mogherini bezeichnete Ban Ki Moon die Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer als schlimmste humanitäre Krise seit dem zweiten Weltkrieg.
© dpa, Press Office

29. April 2015 - 9:25 Uhr

"Ein Meer der Tränen, ein Meer des Elends"

Die Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer ist nach Ansicht von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die wohl schlimmste humanitäre Krise seit dem Zweiten Weltkrieg. "Dieses Meer ist traurigerweise zu einem Meer der Tränen, einem Meer des Elends geworden", sagte Ban am Montag bei einem Treffen mit dem italienischen Regierungschef Matteo Renzi auf einem Marineschiff vor Sizilien. "Es scheint die schlimmste humanitäre Krise seit dem Zweiten Weltkrieg zu sein."

Um die Flüchtlinge müsse sich gekümmert werden, aber das könne Italien nicht alleine stemmen, sagte Ban weiter. Zudem müsste der Menschenschmuggel bekämpft werden und politische Lösungen für die Konflikte im Norden Afrikas gefunden werden. Die Vereinten Nationen stünden bereit, dabei zu helfen. Menschenschmuggler zu stoppen habe absolute Priorität, sagte auch Renzi nach dem Treffen, bei dem zudem die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini dabei war.

Am Wochenende hatte Ban in einem Interview die EU-Pläne für die Mittelmeerflüchtlinge kritisiert. Es gebe keine militärische Lösung. Menschenleben zu retten, habe Priorität, sagte er einer italienischen Zeitung. Man müsse legale Wege der Einwanderung schaffen. Bei einem Sondergipfel zur Flüchtlingsproblematik hatte die EU unter anderem beschlossen, härter gegen Schmuggler vorzugehen. Zur Bekämpfung der Schleuserbanden sollten Militäreinsätze zur Zerstörung ihrer Schiffe geprüft werden. Dafür wäre aber ein offizieller Auftrag der Vereinten Nationen (UN) nötig.

Italien ist besonders von der Flüchtlingsproblematik betroffen, da sich derzeit Tausende Migranten vor allem aus Libyen auf den Weg über das Mittelmeer nach Europa machen. Vor etwa einer Woche waren bei dem bisher schlimmsten Unglück vermutlich rund 800 Migranten umgekommen.