Bamf-Korruptionsskandal: 1.200 Asylanträge zu Unrecht genehmigt

20. April 2018 - 19:33 Uhr

Ermittlungen gegen ehemalige Bamf-Mitarbeiterin

Eine Mitarbeiterin des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) soll in 1.200 Fällen zu Unrecht Asyl gewährt haben. Gegen die inzwischen suspendierte Leiterin der Bremer Außenstelle und drei Rechtsanwälte aus Bremen und Niedersachsen wird unter anderem wegen Bestechung und Bestechlichkeit ermittelt, teilte die Bremer Staatsanwaltschaft mit.

Gegen "private Einladungen" Asyl gewährt?

In den meisten Fällen geht es laut Staatsanwaltschaft um Jesiden aus Syrien. Die Ermittlungen in dem Korruptionsskandal laufen seit mehreren Monaten. Mittwoch und Donnerstag wurden acht Objekte in Bremen und Niedersachsen durchsucht, darunter mehrere Kanzleien. Ermittelt wird zudem wegen "bandenmäßiger Verleitung zur missbräuchlichen Asylantragstellung" – zu Deutsch: Die Beschuldigten haben offenbar gezielt Flüchtlinge aus anderen Bundesländern zur Bremer Bamf-Außenstelle gebracht, obwohl diese für die Menschen gar nicht zuständig war.

Weshalb die Bamf-Mitarbeiterin 1.200 Flüchtlingen ohne rechtliche Grundlage Asyl gewährte, ist noch nicht klar. Laut Staatsanwaltschaft hat es aber "private Einladungen" gegeben. Insgesamt wird gegen sechs Beschuldigte ermittelt, darunter soll auch ein Dolmetscher sein.