Baltimore: Freddie Gray fragte Polizist vergeblich nach Arzt

Freddie Grays Tod hatte tagelange Proteste und schwere Unruhen ausgelöst.
Freddie Gray war an den Folgen einer Rückenmarkverletzung gestorben,, Sein Tod hatte in Baltimore schwere Unruhen ausgelöst.
REUTERS, BRYAN WOOLSTON

"Ich kann nicht atmen"

Der in Polizeigewahrsam gestorbene Afroamerikaner Freddie Gray hat die Polizei vor seinem Tod laut Staatsanwaltschaft vergeblich um ärztliche Hilfe gebeten. "Ich kann nicht atmen", sagte der 25-Jährige bei seiner Festnahme im April in Baltimore, wie Staatsanwalt Michael Schatzow laut 'Baltimore Sun' sagte. In seinem Eröffnungsplädoyer im Prozess gegen den Polizisten William Porter zeichnete Schatzow das Bild eines sichtlich gleichgültigen Beamten. "Was ist los? Willst Du einen Arzt", sagte Porter demnach. "Ja", sagte Gray laut Staatsanwaltschaft, "hilf mir vom Boden hoch. Ich kann nicht aufstehen." Porter habe die Bitten des Afroamerikaners aber ignoriert und ihn entgegen den Vorschriften unangeschnallt in den Polizeitransporter gelegt. "Es gab keinen Grund, ihn nicht anzuschnallen, außer, es ist dir egal", zitierte ein Reporter der Zeitung Schatzows eröffnende Bemerkungen im Prozess.

Gray starb an den Folgen einer Rückenmarkverletzung. Porter ist wegen fahrlässiger Tötung, Körperverletzung und Amtsvergehen angeklagt und hat wie seine fünf beteiligten Kollegen auf nicht schuldig plädiert. Die zwölfköpfige Jury besteht aus acht Afroamerikanern und vier Weißen. Richter Barry Williams hat bereits 150 potenzielle Geschworene befragt. Grays Tod hatte tagelange Proteste und schwere Unruhen ausgelöst. Deshalb gibt es die Sorge, ob die Jury unbefangen urteilen kann. Die Verteidigung hatte mehrfach versucht, den Prozess in eine andere Stadt verlegen zu lassen. Sie hatte argumentiert, dass ein faires Verfahren nach den Unruhen in Baltimore nicht möglich sei.