Bald weniger Ein-Euro-Jobs

Die Zahl der Ein-Euro-Jobs soll künftig heruntergefahren werden
© dpa, Carsten Rehder

28. Dezember 2010 - 15:39 Uhr

Neues Konzept für Langzeitarbeitslose

Der Aufschwung hat sich längst auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar gemacht. Die Zahl der Arbeitslosen lag im Oktober 2010 unter der Marke von drei Millionen. Nun will sich die Bundesagentur für Arbeit (BA) verstärkt um die kümmern, die schon lange aus dem ersten Arbeitsmarkt gefallen sind und setzt bei der Vermittlung von Langzeitarbeitslosen auf neue Wege.

"Die Zahl der Ein-Euro-Jobs wird künftig heruntergefahren", sagte BA-Vorstand Heinrich Alt der 'Welt'. Arbeitslose sollen demnach intensiver betreut und vermittelt werden. "Im Aufschwung müssen wir alle unsere Kräfte auf eine Vermittlung in den ersten Arbeitsmarkt konzentrieren", betonte Alt.

Für jene, die keine Chance mehr auf eine reguläre Stelle hätten, sollte es einen zweiten "sozialen" Arbeitsmarkt geben, sagte Alt. Auch diese schätzungsweise 200.000 bis 300.000 Arbeitslosen sollten ein Angebot bekommen.

Trainingszentren nach niederländischem Vorbild

Alt verwies auf staatlich geförderte Integrationsbetriebe. "Viele Menschen wären glücklich über eine einfache Tätigkeit." Das Beispiel der Behindertenwerkstätten zeige, dass es durchaus möglich sei, Menschen mit schweren Handicaps in die Arbeitswelt zu integrieren.

Zur besseren Umsetzung des Konzepts des "Förderns und Forderns" verwies der BA-Vorstand auch auf Trainingszentren nach niederländischem Vorbild. Dort müssten sich Arbeitslose jeden Morgen melden. Sie erhielten Unterstützung bei Bewerbungen, würden weitergebildet oder arbeiteten in öffentlichen Arbeitsstätten. Mit diesem Konzept könne man auch die Schwarzarbeit unter Hartz-IV-Empfängern wirksam bekämpfen, sagte Alt.