Bald Haftstrafen für illegale Autorennen? Bundesrat bringt Gesetzesentwurf auf den Weg

Autorennen sind "Russisch Roulette auf Kosten anderer Menschenleben"

Immer wieder kam es in der Vergangenheit in vielen Städten zu illegalen Autorennen mit tödlichen Unfällen. Dem begegnet der Bundesrat mit einem neuen Gesetz. Die Länderkammer hat über einen Entwurf abgestimmt, der bis zu zwei Jahre Haft für die Raser vorsieht, in besonders schweren Fällen sogar zehn Jahre.

In einem aufsehenerregenden Prozess hat kürzlich ein Berliner Gericht erstmals Mordanklage wegen eines Autorennens mit tödlichen Folgen erhoben. Auf Mord steht lebenslänglich. Meist fallen die Anklagen jedoch deutlich milder aus. Körperverletzung mit Todesfolge oder Totschlag ziehen oft Bewährungsstrafen nach sich. Es werden meist ein einmonatiges Fahrverbot und ein Bußgeld in Höhe von 400 Euro verhängt.

Das soll sich nach NRW-Justizminister Thomas Kutschaty und den anderen Landesministern ändern. Die Strafen müssten eine abschreckende Wirkung haben, sagt der SPD-Politiker. Er fordert bis zu zwei Jahre Haft, Führerschein- und Autoentzug. Der Führerschein müsste neu gemacht werden. Das wären empfindliche Strafen für die Raser. Für Teilnehmer, die bei einem Rennen Unbeteiligte schwer verletzen oder töten, sollen sogar bis zu zehn Jahre Haft möglich sein. So steht es im Gesetzesvorschlag. Für ihn sind diese Autorennen "Russisch Roulette auf Kosten anderer Menschenleben."

Auf Facebook gibt es zu dem Thema ganz unterschiedliche Meinungen. Viele glauben, dass härtere Gesetzte nichts bringen, weil die Täter nicht verurteilt würden. Andere halten keine Strafe für angemessen genug, um den Schaden wieder gut zu machen und stellen sich auf die Seite der Angehörigen: "Der Täter ist in 10 Jahren wieder frei, doch die Angehörigen des Opfers müssen ein Leben lang mit der Trauer leben."