Bahrain-GP: Vettel fährt seinen ersten Saisonsieg ein

13. November 2012 - 16:09 Uhr

Sebastian Vettel hat in der Wüste den Durchblick behalten und den Großen Preis von Bahrain gewonnen. Nach 57 Runden und 1:35:10,990 Stunden siegte der Red-Bull-Pilot auf dem Bahrain International Circuit. Vettels erster Sieg in dieser Saison war ein hartes Stück Arbeit. Nur 3,3 Sekunden trennten den 24-Jährigen und Kimi Räikkönen, der überraschend auf den 2. Platz raste. Dritter auf dem 5,421 km langen Kurs in Manama wurde Räikkönens Lotus-Kollege Romain Grosjean – ebenfalls eine Überraschung.

Sebastian Vettel, Red Bull, Formel 1, Bahrain
Sebastian Vettel an der Spitze des Feldes in Bahrain. Die Führung gab er nicht mehr ab
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"Es war ein unglaubliches Rennen, extrem hart", sagte Vettel und schickte einen Dank an sein Team: "Wir haben eine Menge Stunden in der Garage verbracht. Diesmal haben wir es zum ersten Mal alles zusammengebracht."

Hinter Mark Webber im zweiten Red Bull belegte Mercedes-Pilot Nico Rosberg den 5. Platz, der kurz vor Rennende noch mit einem defekten Auspuff zu kämpfen hatte. Der Gewinner des China-GP ließ Paul di Resta im Force India, Ferrari-Pilot Fernando Alonso, Lewis Hamilton im McLaren und Felipe Massa im zweiten Ferrari hinter sich. Mercedes-Mann Michael Schumacher krönte seine Aufholjagd als Zehnter mit einem WM-Pünktchen. Nico Hülkenberg wurde im Force India 12., Marussia-Pilot Timo Glock beendete das Rennen auf Position 19.

Rosberg holt das Maximum aus dem Mercedes raus

Vettel musste für seinen ersten Saisonsieg kämpfen, sein Rennen verlief jedoch ohne Probleme. Beim Start verteidigte der Doppel-Weltmeister seinen 1. Platz souverän vor Hamilton und Webber. Für Rosberg begann das Rennen dagegen im Rückwärtsgang. Von Startplatz 5 fiel er zunächst auf Rang 8 zurück, in der 1. Runde verlor der Mercedes-Mann sogar noch eine weitere Position. Genauso schlecht war der Rennbeginn für Hülkenberg, der von 13 auf 19 zurückfiel. Schumacher verbesserte sich von 22 auf 18, Glock von 23 auf 21.

An der Spitze des Feldes fühlte sich der Champion der Jahre 2010 und 2011 pudelwohl. Pro Runde nahm er seinen Verfolgern rund eine halbe Sekunde ab. Nach den ersten Reifenwechseln, die die Spitzen-Teams zwischen den Runden 8 und 12 einlegten, war das Klassement mächtig durcheinandergewirbelt. Vorne hatte Vettel weiterhin alles im Griff, dahinter folgten überraschend Grosjean und Räikkönen im Lotus, dann Webber, Button, Hamilton, Alonso und Rosberg. Das Lotus-Duo hielt den Abstand zum Red-Bull-Piloten relativ konstant bei 5 Sekunden.

Nach der zweiten Stopp-Serie machte Räikkönen ab der 25. Runde mächtig Dampf. Der Finne, der zuvor schon Teamkollege Grosjean überholt hatte, kam Vettel immer näher. Nach 30 Runden trennten die beiden Kumpels nur knapp 1,5 Sekunden. In der 40. Runde wurde es richtig eng als Vettel und Räikkönen gleichzeitig zum 3. Stopp kamen. Red Bull fertigte seinen Piloten ein wenig flotter ab, so dass Vettel sich etwas vom Druck des Finnen befreien konnte. Auf 3,5 Sekunden wuchs Vettels Vorsprung an, aber sicher konnte er sich zu keinem Moment fühlen. Räikkönen arbeitete sich Runde um Runde Zehntel für Zehntel heran.

Erst ab Runde 50 durfte sich der Red-Bull-Fahrer so langsam an den Gedanken gewöhnen, sein erstes Rennen 2012 zu gewinnen. Verfolger Räikkönen gab zwar nach wie vor alles, aber die Reifen des Finnen ließen keinen Angriff mehr zu. "Ich hatte eine Chance, an Sebastian vorbeizukommen, leider hat es nicht gereicht", sagte der 32-Jährige. Dennoch freute sich der Weltmeister von 2007 sehr über sein erstes Podium seit seinem Comeback. Ebenso wie Lotus-Teamkollege Grosjean, der zum ersten Mal in seiner Karriere einen Podestplatz erreichte.

"Es war sehr hart, Kimi hinter mir zu halten", wies Vettel auf den großen Kampf seines finnischen Verfolgers hin. Räikkönen unterstrich seine Qualitäten nach zwei Jahren Formel-1-Pause. "Die Leute haben gedacht, ich sei ein bisschen dumm, weil ich zurückgekommen bin. Wir haben ihnen heute gezeigt, dass wir es können", spottete der 'Iceman' über seine Kritiker.