Bahrain: Ausnahmezustand für drei Monate verhängt

Schwere Ausschreitungen erschüttern die Innenstadt von Bahrain
Schwere Ausschreitungen erschüttern die Innenstadt von Bahrain
© dpa, Mazen Mahdi

11. Februar 2016 - 20:52 Uhr

Die Austragung des Großen Preises von Bahrain in diesem Jahr wird immer unwahrscheinlicher. Einen Tag nach der Verlegung von arabischen Truppen nach Bahrain hat sich die Lage in dem arabischen Königreich dramatisch zugespitzt. Die Regierung verhängte am Dienstag für drei Monate den Ausnahmezustand. Nach Angaben aus Oppositionskreisen kam es in der Hauptstadt Manama und in der Ortschaft Sitra zu gewalttätigen Ausschreitungen zwischen Demonstranten und Angehörigen der Sicherheitskräfte.

Bei den Zusammenstößen in Manamas Salmanija-Viertel sei ein Soldat aus Saudi-Arabien erschossen worden, hieß es aus Sicherheitskreisen in der saudischen Hauptstadt Riad. Der Schütze habe nicht identifiziert werden können. Die Demonstranten sprachen von etwa 50 Verletzten.

Saudi-Arabien hatte am Montag rund 1.000 Soldaten nach Bahrain geschickt, um der von Regimegegnern bedrängten Herrscherfamilie um König Hamad bin Issa al-Chalifa beizustehen. Die Vereinigten Arabischen Emirate schickten 500 Polizisten.

Die Entscheidung über eine mögliche Neuansetzung des Bahrain-GP soll spätestens bis zum 1. Mai fallen. Bis dahin soll der zuständige Motorsportbund von Bahrain entscheiden, ob das Rennen in dem Staat am Persischen Golf in diesem Jahr noch organisiert werden kann.

Das teilte der Motorsport-Weltrat des Internationalen Automobilverbandes FIA nach der Weltratssitzung vor wenigen Tagen mit. Über einen möglichen Nachholtermin wurde in der Mitteilung nichts bekanntgegeben.

Spekuliert wird mit einem Wochenende im November, entweder direkt vor oder nach dem Rennen im benachbarten Abu Dhabi. Gegebenenfalls würde das aber bedeuten, dass binnen drei Wochen drei WM-Läufe stattfänden. Denn vierzehn Tage vor Abu Dhabi soll die Formel-1-Premiere in Indien steigen.