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Bahnchef Lutz: Stuttgart 21 würde heute nicht mehr gebaut

ARCHIV - Eine Frau sieht sich im Bahnhof in Stuttgart ein Modell des Bahnprojektes Stuttgart 21 an (Foto vom 22.01.2010). Je länger die Diskussion um das Bahnprojekt Stuttgart 21, desto mehr gehen die Fragen dazu in die Tiefe - und das im wahrsten Wo
Modell des Bahnprojektes Stuttgart 21 © dpa, Bernd Weissbrod

Bau des unterirdischen Bahnhofs kostet mindestens 8,2 Milliarden Euro

Stuttgart 21 gehört zu den großen deutschen Prestige-Projekten und die haben eines gemeinsam: Sie werden nicht pünktlich fertig und verschlingen erheblich mehr Milliarden, als vorher veranschlagt waren. Der unterirdische Durchgangsbahnhof bildet da keine Ausnahme. Bahnchef Richard Lutz gab jetzt zu, dass man den Bahnhof heutzutage nicht mehr bauen würde.

Stuttgart 21 wird immer teurer

DEU, Deutschland, Stuttgart, 07.01.2018: Baustelle S21 am Hauptbahnhof Stuttgart. Traditionell laden die Projektpartner zum Jahresbeginn zu den Tagen der offenen Baustelle. Auch 2018 informieren sich Tausende Buerger ueber den Baufortschritt. Die Bah
Großbaustelle im Herzen der Stuttgarter Innenstadt. © imago/Arnulf Hettrich, Arnulf Hettrich, imago stock&people

"Mit dem Wissen von heute würde man das Projekt nicht mehr bauen", sagte der Vorstandschef des Unternehmens im Verkehrsausschuss des Bundestags. Das berichtet die 'Rhein-Neckar-Zeitung'. Allerdings sagte Lutz dort auch, dass es wirtschaftlicher sei, den Bau fortzusetzen als ihn abzubrechen. Stuttgart 21 war seit dem Beginn 2010 immer teurer geworden - unter anderem wegen gestiegener Baukosten, langwieriger Planungsverfahren und Kosten für den Artenschutz.

Der Rahmen lag 2009 bei 4,526 Milliarden Euro, 2013 waren es dann schon 6,526 Milliarden. Im Januar dieses Jahres erhöhte der Bahn-Aufsichtsrat das Volumen auf 8,2 Milliarden Euro und verschob die Eröffnung auf 2025.

Kritiker hatten von Anfang an prophezeit, dass die Kosten aus dem Ruder laufen. Die Bahn rechnet nach Informationen der 'Stuttgarter Zeitung' damit, dass sie mit dem Projekt 2,228 Milliarden Euro Verlust macht. Ein Ausstieg aus dem Projekt würde vermutlich rund sieben Milliarden Euro kosten, so ein Bahnsprecher.

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