Baden-Württemberg: Zahmes Wildschwein Olaf verirrt sich in Klinik - Polizei erschießt es

17. März 2018 - 18:08 Uhr

Video zeigt eine entspannte Situation

Es ist ein skurriler Anblick für Personal und Besucher des Ostalb-Klinikums in Aalen (Baden-Württemberg): In aller Seelenruhe spaziert ein junges Wildschwein durchs Foyer des Krankenhauses. Es zeigt keinerlei Angst vor Menschen, rüsselt vollkommen friedlich am Boden herum. Das Video einer Besucherin zeigt: Die Situation scheint entspannt zu sein, niemand erschreckt sich oder flüchtet. Schließlich spaziert das Schwein in Richtung Caféteria davon. Kurz darauf ist es tot - erschossen von der Polizei.

Tor von Olafs Gehege stand auf

Der borstige Besucher hieß Olaf und gehörte dem Jäger Alfred Roder, berichtet die 'Schwäbische Zeitung'. Der Meldung zufolge traf er offenbar nur wenige Minuten nach den tödlichen Schüssen am Ort des Geschehens ein und fand Olaf tot am Waldrand. "Wir waren ein Herz und eine Seele, das tut schon ein bisschen weh", sagte Roder dem Blatt. "Die Sau war an Menschen gewöhnt, hat nur den Anschluss an Menschen gesucht", heißt es weiter.

Olaf lebte zusammen mit anderen Wildschweinen in einem Gehege in der Nähe der Klinik. Als seine Enkel die Tiere füttern wollten, stand das Tor offen und Olaf war weg. Zusammen machten sie sich auf die Suche und hörten kurz darauf Schüsse.

Polizei: Gefahr für Mensch und Straßenverkehr

In der Polizeimeldung heißt es, das Wildschwein habe eine Gefahr für die Menschen im Krankenhaus und den Straßenverkehr dargestellt. Da es keine Anstalten machte, wieder in den Wald zurückzukehren, sei es schließlich erlegt worden. Roder dagegen wundert sich: Er habe Olaf am Waldrand gefunden, nicht vor dem Klinikum. Er wisse aber nicht, ob die Polizei sein Tier bis dahin verfolgt und dann erschossen hätte. "Dann wäre es ja schon wieder im Wald gewesen", so Roder.

Damit der Tod von Olaf nicht völlig sinnlos war, will Roder Wildschwein-Bratwürste herstellen und den Erlös aus dem Verkauf spenden. Mit dem Geld soll traumatisierten Kindern geholfen werden. Ob er die Kosten für den Polizeieinsatz tragen muss, steht noch nicht fest.