Baden-Württemberg: Vorbestrafter Sexualstraftäter soll Fünfjährige trotz Führungsaufsicht missbraucht haben

Kindesmissbrauch in Altensteig (Baden-Württemberg) (Symbolbild)
Der Mann soll die Fünfjährige in der Sammelunterkunft seines Arbeitgebers missbraucht haben (Symbolbild).
dpa, Patrick Pleul

Der Mann gilt als rückfallgefährdet

Er saß wegen Sexualstraftaten bereits mehrfach im Knast, ist als rückfallgefährdet eingestuft und stand unter Aufsicht. Doch das hielt einen 38-Jährigen offenbar nicht davon ab, in Altensteig in Baden-Württemberg erneut ein Mädchen zu missbrauchen.

Mutter bekam Geld geboten, damit sie die Anzeige zurückzieht

Der Mann hat laut der Staatsanwaltschaft Tübingen Kontaktverbot zu weiblichen Kindern und Jugendlichen. Dennoch habe er in einer Sammelunterkunft seines Arbeitgebers, in der Firmenangestellte wohnen, mit dem Mädchen gespielt und sich mit ihm allein in ein Zimmer zurückgezogen. Dort soll er das Kind unsittlich berührt haben. Jetzt sitzt er in Untersuchungshaft.

Zuvor hatten sich offenbar Szenen wie in einem schlechten Film abgespielt: Als die Mutter des Mädchens Anzeige erstattete, soll ihr vom Arbeitgeber des Verdächtigen Geld geboten worden sein, damit sie die Anzeige zurückzieht. Die Frau ließ sich nicht darauf ein. Ermittler durchsuchten die Wohnung des 38-Jährigen und die seines Chefs. Die Beamten nahmen den Arbeitgeber und dessen Ehefrau wegen versuchter Strafvereitelung vorläufig fest. Mittlerweile sind beide wieder frei.

Führungsaufsicht soll Übergang in die Freiheit erleichtern

Unklar ist, wie lange der Verdächtige im Gefängnis saß und seit wann er wieder frei ist. Die Staatsanwaltschaft war für Fragen nicht erreichbar.

Haben Sexualtäter ihre Haftstrafe verbüßt, können sie unter Führungsaufsicht gestellt werden. Dazu muss die Gefahr bestehen, dass sie weitere Straftaten begehen. Die zwei- bis fünfjährige Aufsicht soll Verurteilten den Übergang in die Freiheit erleichtern und verhindern, dass sie neue Taten begehen. Dazu werden ihnen Bewährungshelfer zur Seite gestellt. Überwachung durch die Polizei ist nicht vorgesehen.