21 Menschen in Kita infiziert - unklar ob mit der Mutante

Virus-Mutation in Kita festgestellt: Baden-Württemberg vertagt Kita-Öffnungen

Acht neue Fälle von Virusmutationen sind im Südwesten bekannt geworden, unter anderem bei zwei Kindern in einem Kindergarten in Freiburg.
© dpa, Uwe Anspach, ua fgj bwe

28. Januar 2021 - 11:34 Uhr

Landesregierung verschiebt Entscheidung über Kita-Öffnungen

Nach einem Corona-Ausbruch in einer Freiburger Kita verzichtet die Landesregierung in Baden-Württemberg vorerst auf eine landesweite Öffnung von Kindertagesstätten und Grundschulen. Zwei Kinder aus der Notbetreuung seien mit einer Virusmutation infiziert, zudem hätten sich mehr als 20 Kinder und Mitarbeiter in der Einrichtung mit dem Coronavirus angesteckt, so Regierungschef Winfried Kretschmann. Nun müsse geklärt werden, ob es sich ebenfalls um die neuen Virusvarianten handele.

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Kretschmann: "Wir sind noch nicht über den Berg"

"Sollte sich der Mutant schon jetzt bei uns breit machen, müssten wir uns dieser neuen Lage stellen", sagte Kretschmann. Dann müsse auch die Frage einer Öffnung von Grundschulen und Kitas neu bewertet werden.

Landesgesundheitsminister Manne Lucha (Grüne), es sei der erste Fall von mutierten Viren in einer Kita im Südwesten. Das Landratsamt in Freiburg erklärt, der erste Corona-Ausbruch in der Kita sei am 17. Januar gewesen. Alle 24 seither Betroffenen seien in Quarantäne und die Nachverfolgung der Kontakte sei erfolgt.

Ursprünglich wollten Kretschmann und Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) am Mittwoch verkünden, dass Kitas und Grundschulen am kommenden Montag schrittweise wieder geöffnet werden sollen. Angesichts der sinkenden Infektionszahlen im Land galt die Entscheidung als Formsache. Die Öffnung liegt nun auf Eis.

Fraglich ist, ob das Thema vor dem bisher geplanten Ende des bundesweiten Lockdowns am 14. Februar nochmal beraten wird. Kretschmann sagte: "Ich habe immer deutlich gemacht, dass wir die Entscheidung über die Öffnung abhängig vom Pandemiegeschehen treffen und wir vor einer ganz neuen Situation stehen würden, sollte sich einer der mutierten Viren manifestieren."

Weiter sagte er: "Wir sind noch nicht über den Berg. Wir sind in der schwierigsten Phase der Pandemie." Die zunächst in Großbritannien (B.1.1.7) und Südafrika (B.1.351) nachgewiesenen Varianten gelten als hochansteckend.