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Baden-Baden: Schwimmlehrer nach sexuellem Missbrauch zu zwölf Jahren Haft verurteilt

Urteil: Schwimmlehrer muss lange in Haft
Urteil: Schwimmlehrer muss lange in Haft Er missbrauchte Mädchen im Schwimmbad 01:22

Kinder waren dem Täter im tiefen Wasser "vollkommen ausgeliefert"

Die Taten geschahen im Schwimmbecken und in der Umkleidekabine. "Die Kinder waren dem Angeklagten im tiefen Wasser vollkommen ausgeliefert", sagte Staatsanwältin Stephanie Bauer. Das Landgericht Baden-Baden hat einen 34 Jahre alten Schwimmlehrer zu zwölf Jahren Haft verurteilt, weil er während seiner Kurse mindestens 37 Mädchen zum Teil schwer sexuell missbrauchte. Auch wenn der Mann die Strafe abgesessen hat, wird er nicht frei kommen. Die Richter ordneten Sicherheitsverwahrung an. 

Das jüngste Opfer war gerade einmal vier Jahre alt

Die Übergriffe geschahen zwischen Oktober 2015 und September 2017 in Schwimmbädern im Kreis Rastatt, Ortenaukreis, Kreis Calw sowie in Lörrach und Baden-Baden. Zum Teil filmte der Mann die Taten mit einer Unterwasserkamera. Entsprechende Aufnahmen waren bei Durchsuchungen seiner Wohnung sichergestellt worden. Sein jüngstes Opfer war gerade einmal vier Jahre alt. "Er agierte planvoll und extrem abgebrüht", erklärte die Staatsanwältin. Zwei Fünfjährige bedrohte er mit dem Tode, sollten sie ihren Eltern etwas erzählen.

Der Angeklagte hatte die Taten am zweiten Prozesstag in einer von seinem Anwalt verlesenen Erklärung zum Teil eingeräumt. Er beschuldigte jedoch seinen ehemaligen Chef, ihn erpresst und zu einem Teil der Straftaten gezwungen zu haben. Diese Vorwürfe erwiesen sich aber als haltlos. Im Verlauf des Prozesses gab der 34-Jährige einen Großteil der Taten zu. "Ich bereue zutiefst die Taten, die ich begangen habe", las er von einem Blatt ab. An seinen Fehlern wolle er arbeiten.

Sachverständiger hält den 34-Jährigen für voll schuldfähig

Schwimmlehrer missbrauchte mehrere Mädchen
Die Übergriffe ereigneten sich während der Kurse im Schwimmbecken oder in der Umkleidekabine. © dpa, Franziska Kraufmann, frk nic dna scg kno

Das Verfahren kam in Gang, als die Eltern von zwei Fünfjährigen im Sommer 2017 unabhängig voneinander Anzeige bei der Kriminalpolizei Rastatt erstatteten. Umfangreiche Ermittlungen folgten. Rund 160 Schwimmkurse, die der Angeklagte für jeweils bis zu 14 Kinder gegeben hatte, wurden überprüft und Hunderte von Eltern kontaktiert. Der Angeklagte sitzt seit mehr als einem Jahr in Untersuchungshaft. Ein Sachverständiger bescheinigte dem Angeklagten pädophile Neigungen, volle Schuldfähigkeit und wenig Willen zur Veränderung.

Das gesamte Unrecht, das der Angeklagte auf sich geladen habe, sei enorm, sagte der Vorsitzende Richter. Da es sich um ein eingeschliffenes Verhaltensmuster handele, sei auch die Sicherungsverwahrung angemessen - obwohl der Mann bislang nicht vorbestraft war. Nebenkläger-Anwältin Katrin Behringer war mit dem Urteil zufrieden. "Der Schwimmlehrer darf nie mehr die Möglichkeit haben, sich an Kinder heranzumachen", sagte sie. Der Verteidiger des 34-Jährigen will das Urteil anfechten. 

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