Tipps gegen die Bade-Otitis

Ohrenschmerzen nach dem Schwimmen? So vermeiden Sie Entzündungen!

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23. August 2019 - 17:03 Uhr

Nach dem Schwimmen kommt das „Au“

Sommerzeit ist Badezeit - eigentlich eine wunderbare Sache. Tauchen, planschen, schwimmen den ganzen Tag. Aber was tun, wenn nach dem Baden das Ohr schmerzt? Grund ist häufig die sogenannte Bade-Otitis, eine akute Ohr­entzündung des äußeren Gehörgangs. Und die ist extrem schmerzhaft. Kinder sind besonders häufig betroffen.

​Damit Ihr Badespaß nicht durch fiese Schmerzen getrübt wird, gibt es ein paar Tipps, die Sie sich zu Herzen nehmen sollten.

Ursachen für schmerzende Ohren nach dem Schwimmen

Bei der Bade-Otitis handelt es sich um eine Entzündung des äußeren Gehörgangs. Sie entsteht, wenn Bakterien, die sich in ungechlortem Wasser befinden, ins Ohr gelangen. Durch längeren Aufenthalt im Wasser weicht die Haut im äußeren Gehörgang auf und der natürliche Fettschutz wird aufgelöst.

Chlor, das in Schwimmbädern oder Hotelpools zur Desinfektion verwendet wird, beschleunigt diesen Prozess. Bakterien, Viren oder Pilze können nun leichter in den Gehörgang eintreten und eine Entzündung auslösen. Deshalb trifft die Gehörgangsentzündung auch besonders häufig Touristen im Badeurlaub, Schwimmer, Surfer und Taucher. So wird die Badeotitis auch  "Swimmer's ear", "Schwimmbad-Otitis" oder "Taucher­ohr" genannt.

Woran erkenne ich eine Bade-Otitis?

Typische Symptome einer Bade-Otitis sind Jucken, Rötungen und Schwellungen. Vor allem aber tut die Bade-Otitis weh.

Ein einfacher Test gibt bereits einen deutlichen Hinweis: Wenn es beim Ziehen am Ohrläppchen bzw. bei Druckausübung auf den Knorpel am Ohreingang zu deutlichen Schmerzen kommt, liegt meist eine Gehörgangsentzündung vor.

Die häufigsten Badeotitis-Symptome im Überblick:

  • Juckreiz im Ohr
  • Schmerzen bei Berührung des Knorpels/Ohrläppchens
  • Absonderungen aus dem Ohr
  • Rötungen, Schwellungen

Warum sind Kinder häufiger betroffen?

Kind mit Ohrenschmerzen
Kinder halten sich häufiger im Wasser auf, tauchen und springen - dadurch sind sie anfälliger für eine Bade-Ottis
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Kinder sind im Vergleich zu Erwachsenen deutlich länger im Wasser, außerdem tauchen und springen sie häufig. Darüber hinaus sind Kinder generell besonders anfällig für Ohrenentzündungen, da die Verbindung zwischen Nasen-Rachen-Raum und Paukenhöhle (dem Hohlraum des Mittelohrs, in dem sich die Gehörknöchelchen befinden) kürzer und weiter ist als bei Erwachsenen - so können Bakterien und Keime schneller eindringen.


Also nie wieder ins Wasser? Auf keinen Fall! Wenn Sie die folgenden Tipps beachten, können Sie das Risiko verkleinern, nach dem Schwimmbad mit Ohrenschmerzen zu Hause zu sitzen.

Bei Wasser im Ohr niemals pulen

Sie haben nach dem Schwimmen Wasser im Ohr? Finger weg! Der erste Impuls ist, sich mit dem Finger im Ohr zu pulen, um das Wasser zu entfernen. Aber das ist eine schlechte Idee. Denn leicht können Sie sich mit Fingernägeln winzige Verletzungen zufügen, und schwupps haben Bakterien freie Bahn.

Besser: durch Kopfschütteln oder Kopf schiefhalten das Ohr entleeren. Manchmal hilft auch der alte Trick, leicht am Ohrläppchen oder der Ohrmuschel zu ziehen.

Ohren immer gut trocknen!

Nach dem Aufenthalt im Wasser sollten Sie sich (und ihren Kindern) die Ohrenmuscheln sanft mit einem Handtuch abtrocknen und dafür sorgen, dass innen kein Wasser zurück bleibt.

Wenn Ihr Kind immer noch unter Wasser im Ohr klagt, hilft dieser Praxistipp:
Halten Sie einen warmen Waschlappen für weniger als eine Minute an das Ohr. Legen Sie danach den Kopf für eine Minute zur Seite und wiederholen Sie die Anwendungen, bis die Flüssigkeit abgeflossen ist. Die Wärme weitet den Gehörtunnel.

Verzichten Sie auf In-Ear-Kopfhörer!

Frau Kopfhörer
Verzichten Sie besser auf In-Ear-Kopfhörer beim Schwimmen.
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Gerade im Sommer sollten Sie möglichst darauf verzichten, die Gehörgänge künstlich zu verschließen. Das gilt auch für die beliebten In-Ear-Kopfhörer. Denn diese halten die Feuchtigkeit im Ohr und in dem feuchtwarmen Milieu vermehren sich Bakterien besonders gut.  Außerdem bildet sich auf Grund der mangelnden Belüftung Wasser im Ohr, wodurch Infektionen ebenfalls begünstigt werden.

Niemals Wattestäbchen!

Ginge es nach Ohrenärzten, gehörten Wattestäbchen für die Ohren-Hygiene abgeschafft. Denn sie können im Gehörgang zu ernsthaften Problemen führen - zum Beispiel durch Mikroverletzungen die Erregern eine Eintrittspforte bieten. Sie wollen Ihre Ohren dennoch reinigen? Kein Problem! Wir sagen Ihnen, wie Sie Ihre Ohren auch ohne Stäbchen sauber bekommen.

Her mit dem Fön!

Klingt erst einmal ein bisschen seltsam, aber zur Vorbeugung einer Bade-Otitis können Sie auch zum Föhn greifen und Ihre Ohren nach dem Baden lauwarm föhnen. Die Zeitschrift "Apotheken Umschau" rät zu 30 Zentimetern Abstand zwischen Haartrockner und Ohr. Außerdem sollte der Föhn auf die niedrigste Stufe gestellt sein.

Wann zum Arzt?

Treten die Schmerzen abends auf, können Sie als schmerzlindernde Erstmaßnahme ein Schmerzmittel einnehmen. Auch das Ohr von außen mit einem kalten Wickel zu kühlen, ist häufig schmerzlindernd. Am nächsten Morgen sollten Sie dann aber sofort einen HNO-Arzt aufsuchen. Eine behandelte Bade-Otitis klingt zwar schon nach wenigen Tagen restlos ab. Bleibt die Behandlung jedoch aus, kann sich die Entzündung auf das Trommelfell ausweiten und somit zu einer sehr schmerzhaften Mittelohrentzündung führen.

Meist hilft eine Behandlung mithilfe von getränkten Mullbinden und entzündungshemmenden Ohrentropfen. Auch antibakterielle Ohrentropfen auf Essigbasis werden häufig verschrieben. Manchmal kann auch eine Behandlung mit Antibiotika notwendig werden. Vor allem, wenn die Entzündung verschleppt wurde, kommt man um diese häufig nicht mehr herum.