1.200 Einsatzkräfte durchsuchen Bauunternehmen

Schlag gegen Schwarzarbeit: Zoll und Polizei beschlagnahmen 4,5 Millionen Euro

Mehr Anstrengungen gegen Schwarzarbeit gefordert
Mehr Anstrengungen gegen Schwarzarbeit gefordert
© dpa, Arne Dedert, ade gfh fdt

29. August 2019 - 10:46 Uhr

Großeinsatz gegen Schwarzarbeit in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern

Zwei Festnahmen, 4,5 Millionen Euro beschlagnahmt: Das ist die Erfolgsbilanz von Zoll, Polizei und Staatsanwaltschaft in einem Großeinsatz gegen Schwarzarbeit am Mittwochmorgen. In Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern durchsuchten den Angaben der Ermittler zufolge 1.200 Einsatzkräfte insgesamt 110 Wohn- und Firmenräume.

Bundesweit organisiertes Netwerk von Scheinfirmen

Der Schwerpunkt lag in Bad Bramstedt und Neumünster wegen des Verdachts des schweren Sozialversicherungsbetrugs, der schweren Steuerhinterziehung, des Einschleusens von Ausländern und der Passfälschungen. Weitere Einsätze liefen in Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg. Dies teilte die Staatsanwaltschaft Kiel mit.

Die Ermittlungsverfahren richten sich gegen zahlreiche Firmeninhaber überwiegend ausländischer Herkunft, die über mehrere Jahre Arbeiter als Eisenflechter «schwarz» beschäftigt und ein bundesweit organisiertes Netzwerk von Scheinfirmen aufgebaut haben sollen.

Sachsen-Anhalt und Thüringen: Verdacht der Ausbeutung illegaler Arbeitskräfte

Auch in Sachsen-Anhalt und Thüringen hat die Bundespolizei insgesamt zwölf Objekte in Arnstedt, Erfurt, Ilmenau, Ichtershausen und Braunsbedra durchsucht, wie ein Sprecher sagte. Zwei Hauptverdächtige seien in Erfurt verhaftet worden, es handele sich um ein Ehepaar.

Ihnen werde vorgeworfen, Arbeitskräfte aus Osteuropa eingeschleust, sie mit falschen Ausweisen versorgt und sie an Firmen verliehen zu haben, twitterte die Bundespolizei Mitteldeutschland. 800 Beamte waren den Angaben zufolge im Einsatz, bis Dienstagmorgen seien rund 100 Personen kontrolliert worden.