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Babys sterben bei Studie mit Viagra-Wirkstoff Sildenafil: Jetzt spricht der Studienleiter

Babys sterben bei Studie mit Viagra-Wirkstoff Sildenafil: Jetzt spricht der Studienleiter

17 Babys kamen schon mit Lungenproblemen auf die Welt, elf starben

Das Medikament sollte allen Frauen, deren Babys im Mutterleib zu langsam wachsen, Hoffnung bringen. Doch die niederländische Studie mit den Wirkstoff Sildenafil, der auch im Potenzmittel Viagra enthalten ist, wurde vorzeitig abgebrochen. 17 Babys entwickelten Lungenprobleme, elf davon starben nach der Geburt. Die Ärzte glauben, dass das Medikament, das die Mütter während der Schwangerschaft genommen haben, daran schuld ist. RTL-Reporter Volker Wallmüller hat nun mit dem Leiter der Studie gesprochen.

Wessel Ganzevoort: "Es tut mir so leid"

Der Gynäkologe Wessel Ganzevoort zeigte sich im Interview tief erschüttert. "Ich habe diese Studie durchgeführt, weil ich Arzt bin. Ich sehe diese Patienten jeden Tag und ich sehe, wie diese Frauen leiden und ich will einfach ihre Situation verbessern", erklärte er. Zuerst sah auch alles vielversprechend aus. Frühere Untersuchungen deuteten darauf hin, dass das gefäßerweiternde Mittel die Durchblutung der Plazenta verbessert und dadurch das Wachstum der ungeborenen Kinder anregt.

Jetzt ist klar: Das Medikament schadet dem Kind im Mutterleib mehr, als dass es hilft. Für Ganzevoort ist das sehr schmerzhaft. "Es tut es mir sehr leid für die Patientinnen, die ihr Baby verloren haben. Das wäre vielleicht anders gewesen, wenn sie an dieser Studie nicht teilgenommen hätten", sagte er im Interview. Und auch für alle anderen betroffenen Frauen ist es ein Rückschlag. "Es tut mir so leid, dass es einfach nicht funktioniert hat, denn jetzt haben Frauen in dieser schrecklichen Situation immer noch keine Option", erklärte der Studienleiter. Warum er die Studie trotzdem für richtig und wichtig hält, erklärt er im Video.