Tochter aus dem Fenster geworfen

Babymordprozess: Angeklagter David L. muss aus U-Haft entlassen werden!

Der Angeklagte David L. vor Gericht in Frankenthal.
Der Angeklagte David L. vor Gericht in Frankenthal.
© amp-tv

31. Januar 2019 - 15:51 Uhr

David L. sitzt seit 2,5 Jahren hinter Gittern

Rasende Eifersucht und ein Kokain-Rausch brachten David L. (35) im Jahr 2016 dazu, seine zwei Monate alte Tochter aus dem 2.Stock einer Wohnung in Frankenthal zu werfen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Obwohl er die Tat gestanden hat, kommt er jetzt dennoch frei. 

Er beschwerte sich über die lange Untersuchungshaft

David L. hat vor Gericht zugegeben, seine zwei Monate alte Tochter Sanna in Tötungsabsicht aus dem zweiten Stock einer Wohnung in Frankenthal geworfen zu haben. Sie war auf der Stelle tot. Laut Oberstaatsanwältin Doris Brehmeier-Metz soll Eifersucht das Motiv gewesen sein. Seine Freundin soll sich mehr um das Baby als um ihn gekümmert haben. Jetzt wurde der 35-Jährige nach zweieinhalb Jahren aus der Untersuchungshaft entlassen.

Der Grund: Der Angeklagte beschwerte sich beim Bundesverfassungsgericht über die lange Haft - und das erfolgreich. Das Gericht in Karlsruhe kritisierte unter anderem die zähen Verhandlungen. Daraufhin ordnete das Oberlandesgericht Zweibrücken seine Freilassung an.

Sein Prozess zieht sich schon lange hin

Die lange Inhaftierung des Mannes sei unzureichend begründet, hatten die Verfassungsrichter angemahnt. Daher sei der seit Mai 2016 im Gefängnis einsitzende Angeklagte in seinem Grundrecht auf Freiheit der Person verletzt. Seine vorläufige Entlassung habe nichts mit der Frage zu tun, ob der 35-Jährige bei einer Verurteilung eine Gefängnisstrafe erhält oder nicht, hieß es.

Der Prozess dauert unter anderem so lange, weil das zuständige Frankenthaler Landgericht in den vergangenen Jahren mehrere große Verfahren zu stemmen hatte und deshalb relativ große Pausen zwischen den Verhandlungstagen in seinem Fall machte. David L. sollte in dieser Zeit weiter hinter Gittern ausharren.

Außerdem war ein erster, im November 2016 begonnener Prozess wegen der Erkrankung der vorsitzenden Richterin nach 23 Verhandlungstagen geplatzt. Im Dezember 2017 begann die Hauptverhandlung erneut unter einem neuen Vorsitzenden.

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Anwalt sieht mögliche Gefährdung für Angeklagten

Der Anwalt des 35-Jährigen, Alexander Klein, befürchtet, dass sein Mandant nun angefeindet werden könnte. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass er beim Landgericht Frankenthal an Verhandlungstagen einfach durch den Haupteingang gehen kann."

Er gehe davon aus, dass der 35-Jährige bereits auf freiem Fuß ist. "Für ihn ist das Ganze wohl etwas unwirklich, seine Freiheit wiedererlangt zu haben", sagte Klein. Er bezeichnete die Entscheidung als "nicht überraschend".