Baby Charlie: Jetzt bekommt er die amerikanische Staatsbürgerschaft

Charlies Eltern kämpfen weiter um das Leben ihres Sohnes Am Dienstag soll eine Entscheidung fallen
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Am Dienstag soll eine Entscheidung fallen
Charlies Eltern kämpfen weiter um das Leben ihres Sohnes

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Die Eltern des kleinen Charlie haben seit einigen Tagen wieder etwas Hoffnung. Ihr 11 Monate altes Baby könnte dank einer Therapie des US-Arztes Dr. Michio Hirano (56) von der Columbia University gerettet werden. Zumindest glaubt der Mann daran, Charlie, der an schweren Hirnschäden leidet, helfen zu können. Darüber sind seine Eltern natürlich überglücklich. Jetzt soll er sogar die amerikanische Staatsbürgerschaft bekommen, damit die Behandlung beginnen kann. Mutter Connie Yates hat sich in einer emotionalen Mitteilung an Dr. Hirano gewandt.

Charlie bekommt die US-Staatsbürgerschaft

Berichten zufolge soll Baby Charlie jetzt die US-Staatsbürgerschaft bekommen haben, damit die Therapie von Dr. Michio Hirano endlich beginnen kann. Ein Kongress gab dem Kleinen die Staatsbürgerschaft, nachdem Dr. Hirano den todkranken Jungen am Montag im 'Great Ormond Street' Krankenhaus' in England untersucht hatte. Seine Eltern Conny Yates und Chris Gard veröffentlichten außerdem ein neues Bild ihres Sohnes. Es zeigt den elf Monaten alten Charlie, wie er ganz deutlich seine Augen öffnet. Das Bild soll beweisen, dass ihr Sohn nicht blind ist, obwohl Ärzte genau das behaupten.

Die Entscheidung, ob Charlie England verlassen darf, liege trotzdem noch beim britischen Gericht. Am Dienstag soll das Urteil fallen. Darüber, ob Charlie sterben muss - oder seine Eltern noch weiter hoffen dürfen.

"Chris und ich sind so dankbar"

"Chris (Charlies Vater, Anm. d. Red) und ich sind so dankbar, dass sich Dr. Hirano und die anderen Ärzte die Zeit genommen haben, Charlie anzusehen. Unser wunderbarer Junge ist immer noch in stabilem Zustand", lässt sich Connie Yates zitieren. "Wir sind an seiner Seite und sind zufrieden, dass er nicht leidet oder Schmerzen hat. Als Charlies liebende Eltern machen wir das Richtige, indem wir alle Behandlungsmöglichkeiten ausloten", heißt es weiter.

Laut Dr. Hirano gibt es eine 56-prozentige Chance, dass Charlie durch seine Behandlung doch noch weiterleben könnte. Am 25. Juli entscheidet ein Richter darüber, ob die Therapie bei dem kleinen Jungen zutragen kommt.

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Charlie leidet an seltener genetischer Erkrankung

Der elf Monate alte Charlie leidet seit der Geburt an einer seltenen genetischen Erkrankung ( mitochondriales DNA-Depletionssyndrom), wobei insbesondere das Gehirn in Mitleidenschaft gezogen wird. Er muss künstlich beatmet und ernährt werden, ist taub und blind. Bereits Ende Juni sollte Charlies Beatmung eingestellt werden, weil die behandelnden Ärzte eine Heilung für ausgeschlossen hielten. Doch die Eltern kämpften weiter:

Sogar der Papst schaltete sich ein

Der Fall hatte international Schlagzeilen gemacht. Sogar Papst Franziskus und US-Präsident Donald Trump hatten sich dazu geäußert. Krankenhäuser in den USA und Italien hatten angeboten, Charlie weiter zu behandeln - vergebens. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hatte durch alle Instanzen hindurch entschieden, dass bei dem Baby die Beatmung und andere Maßnahmen eingestellt werden müssten. Nicht zuletzt durch Dr. Hirano haben die Eltern des Babys aber wieder neue Hoffnung.