Axt-Attentäter von Würzburg bei Einreise kontrolliert - er war den Behörden unbekannt

22. Juli 2016 - 18:09 Uhr

"Er war sozusagen neu für die polizeilichen Datenbanken"

Der Axt-Attentäter von Würzburg ist offenbar kurz nach seiner Ankunft in Deutschland polizeilich überprüft worden. Die Bundespolizei habe die Personalien des jungen Mannes am 29. Juni 2015 um 03.55 Uhr aufgenommen, so ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Der Jugendliche war er mit einer Reisegruppe über die deutsch-österreichische Grenze gekommen. Er sei in Gewahrsam genommen, in Passau polizeilich überprüft und wegen des Verdachts der unerlaubten Einreise ohne Pass angezeigt worden. Seine angegebenen Personalien und Fingerabdrücke seien dabei auch fahndungsmäßig in den nationalen Datenbanken eingegeben worden - ohne Ergebnis. "Er war sozusagen neu für die polizeilichen Datenbanken. Es gab da keine Voreinträge", sagte der Sprecher.

Der 17-jährige Flüchtling hatte mit einer Axt und einem Messer vier Touristen aus Hongkong in einem Regionalzug bei Würzburg schwer verletzt. Auf seiner Flucht aus dem Zug griff er zudem eine Spaziergängerin an. Einsatzkräfte erschossen den Jugendlichen. Die Bundesanwaltschaft ermittelt. Über seine Nationalität und mögliche Mittäter gibt es nach Angaben des Bundesinnenministeriums noch keine endgültigen Ergebnisse. Es ist möglich, dass der Mann aus Afghanistan oder Pakistan stammte.

Youtube löscht Bekennervideo nicht

Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Stephan Mayer (CSU), fordert, dass nun alle Flüchtlinge in Deutschland von Bundesnachrichtendienst und Verfassungsschutz überprüft werden müssten. "Eine so gravierende Panne wie im Fall des islamistischen Axt-Terroristen (...) darf uns in Zukunft nicht mehr passieren", sagte er der 'Bild'-Zeitung.

Die Internetplattform Youtube, auf der die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ein Bekennervideo des Würzburger Attentäters veröffentlicht hatte, kam einer Anforderung des Bundeskriminalamts (BKA), das Video zu löschen, bislang nicht nach.