2019 M03 13 - 19:24 Uhr

Steter Tropfen höhlt den Stein: Bei AWZ-Star André Dietz (43) nährt er die Hoffnung.

Es war eine erschütternde Diagnose. Als sie fast zwei Jahre alt war, wurde bei Mari (5), der Tochter von "Alles was zählt"-Schauspieler André Dietz (43), das "Angelman Syndrom" festgestellt. Eine seltene genetische Störung, bei der sich die körperliche und geistige Entwicklung verzögert. "Wir haben gelernt, mit dem Gendefekt zu leben", erzählt Dietz RTL.de. "Aber ihre epileptischen Anfälle brechen uns das Genick." Deswegen versuchen er und seine Frau Shari (32), der kleinen Mari jetzt mit Cannabisöl zu helfen.

"Es handelt sich nicht um eine Droge"

Als das Paar 2015 von der Erkrankung erfuhr, brach für die beiden erstmal eine Welt zusammen: "Unser Arzt meinte anfangs, die meisten Angelman-Kinder lernen nicht laufen, können nur zehn Worte und müssen ein Leben lang betreut werden", sagt Dietz. Nach dem anfänglichen Schock, keimte Hoffnung. Mari entwickelte sich besser als erwartet, lernte eigenständig zu stehen und zu gehen, wie er uns vor einem Jahr auch im Video-Interview erzählte.

Allerdings leidet sie an schwerer Epilepsie. Das Cannabidiol (CBD) lindert aber jetzt ihre Beschwerden: "Sie bekommt es von uns seit Anfang des Jahres zweimal täglich in den Mund getröpfelt", sagt Dietz. "Es ist mir aber wichtig zu sagen, dass es sich um keine Droge handelt und diese Mischung keine Halluzinationen oder Trips hervorruft." Und hilft das Cannabisöl? "Seit Mari das CBD nimmt, ist eine Veränderung eingetreten", findet Dietz. "Sie ist sehr ruhig und fokussiert geworden, schläft gut und es gibt keine Anzeichen von Anfällen. Außerdem wurde das Sprachzentrum stimuliert."

"Bisher hat die Krankenkasse nicht bezahlt"

Aber wie kamen der Serien-Star und seine Frau auf die Therapie? "Wir sind in einer geschlossenen Facebook-Gruppe für Angelman-Eltern", erzählt Dietz. "Dort haben einige schon CBD ausprobiert, was uns auf die gleiche Idee brachte." Dietz und seine Frau happy: "Es geht ihr so gut damit. Bisher hat die Krankenkasse nicht bezahlt, aber es wird geprüft, ob die Kosten übernommen werden. Da wir an einer wissenschaftlichen Studie teilnehmen, gehen wir allerdings davon aus, dass es keine Probleme geben wird."

Maris Cannabidiol ist kein handelsübliches Hanföl

Dietz betont aber: "Wir warnen davor schwere Erkrankungen wie Epilepsie oder gar Krebs ohne ärztliche Aufsicht mit Ölen jedweder Art zu behandeln. Maris Cannabidiol ist kein handelsübliches Hanföl, sondern eine extrem teure (kostet über 1000 Euro), von Medizinern zusammengestellte Mischung." Dietz weiter: "Neben dem CBD bekommt Mari nämlich noch ein weiteres Medikament gegen die Epilepsie!" Wie André und Shari Dietz den Alltag mit Maris Krankheit trotzdem optimistisch meistern, beschreiben sie übrigens auch in ihrem Buch "Alles Liebe: Familienleben mit einem Gendefekt" (VÖ am 4. April bei Edel Books). RTL wird den Alltag der Familie auch noch einmal detailliert mit der Kamera begleiten.