AWO-Managergehälter: Bundesverband will Aufklärung

Das Logo der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Foto: Holger Hollemann/dpa/Archivbild
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22. Mai 2020 - 17:42 Uhr

Nach Berichten über möglicherweise überzogene Gehälter im Management der Thüringer Arbeiterwohlfahrt hat der AWO-Bundesverband Aufklärungswillen beim Landesverband und dessen Gliederungen gefordert. Der AWO-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Stadler warf der Thüringer AWO-Spitze am Freitag vor, im Zusammenhang mit einem Aufsichtsverfahren durch den Bundesverband Behauptungen in die Welt zu setzen, "die nicht der Wahrheit entsprechen". Dies schade dem Sozialverband nicht nur in Thüringen. "Das können und werden wir nicht hinnehmen." Hintergrund sind Medienberichte über Gehälter an der Spitze der AWO-Gliederung AJS gGmbH in Thüringen.

Der AWO-Bundesverband hatte ein Prüfverfahren gegen den Landesverband eingeleitet und dazu einen Bericht erstellt. Den Fall ins Rollen gebracht hatte das AWO-Landesvorstandsmitglied Claudia Zanker mit einem Fragenkatalog zum Finanzgebaren des Landesverbandes.

Stadler verwies in einer Mitteilung auf den Ende 2017 beschlossenen Verhaltenskodex des Verbandes, der eine zu große Diskrepanz zwischen den Gehältern von Managern und einfacher Beschäftigter ausschließen soll.

Der geschäftsführende AWO-Landesvorstand hatte in dieser Woche eine Vorverlegung der für November vorgesehenen Landeskonferenz auf Juli ins Spiel gebracht. "Wir wollen damit endgültig die andauernde Diskussion um den AWO-Landesverband und seine Gliederungen beenden", hatte der Landesvorsitzende Werner Griese in einer Mitteilung auf der Webseite des Verbandes erklärt. Dazu gehöre auch ein personeller Neuanfang. Er und Landesgeschäftsführer Ulf Grießmann wollen ihre Ämter aufgeben.

Quelle: DPA