Autobahnbrücke in Italien eingestürzt

Autofahrer stoppt Fernbus vor dem Abgrund

25. November 2019 - 18:38 Uhr

Wachmann wedelt mit den Armen, um andere Autofahrer vor der Katastrophe zu warnen

Ein Mann steht mit ausgebreiteten Armen mitten auf der Autobahn – mit seinem beherzten Einsatz hat der italienische Wachmann Daniele Cassol wohlmöglich eine Katastrophe verhindert. Denn hinter ihm hörte die Straße plötzlich auf. Schwere Unwetter hatten die Pfeiler der Autobahnbrücke weggerissen und die Brücke der A6 in der Nähe von Savona zum Einsturz gebracht.

Brückeneinsturz bei Savona: Auch der Reisebus konnte rechtzeitig bremsen

Der 56-Jährige sagte der Zeitung "La Repubblica", dass er gerade erst fünf Minuten auf der Autobahn in Richtung Turin unterwegs war, als er von einem anderen Autofahrer vor der drohenden Gefahr gewarnt wurde. Cassol brachte sein Auto kurz vor dem Abgrund zu stehen.

Als der Italiener die eingestürzte Brücke sah, dachte er sofort an den Fernbus, den er kurz vorher überholt hatte. Nicht auszudenken, wenn der Busfahrer das Fahrzeug vor der Abbruchkante nicht mehr rechtzeitig zum Stehen bringen könnte. Cassol sprang aus dem Auto und begann alle nachfolgenden Fahrzeuge zu warnen. Auch der Bus hielt an. "Zum Glück habe ich ihn rechtzeitig sehen können. Ich habe die Arme ausgebreitet, habe Zeichen gegeben, dass er anhalten soll, und es ist gut gegangen", sagte Cassol der Zeitung.

Keine Verletzten oder Toten beim Brückeneinsturz bei Savona

eingestürzte Autobahnbrücke bei Savona
Autobahnbrücke nach Unwettern in Italien eingestürzt
© dpa, Uncredited, ihe

Erst im August 2018 waren beim Einsturz einer Autobahnbrücke im 50 Kilometer entfernten Genua 43 Menschen ums Leben gekommen. Auch der Wachmann hatte die Bilder sofort im Kopf, als er das eingestürzte Viadukt sah. "Mir ist die Morandi-Brücke gleich in den Sinn gekommen. Aber es ist eine Sache, Fernsehen zu gucken, und eine andere, dem Tod ins Gesicht zu sehen", sagt Cassol.

Heftige Unwetter hatten Italien Überschwemmungen und Chaos ausgelöst. Nach ersten Erkenntnissen riss ein Erdrutsch die Brückenpfeiler des Viadukts mit. Die Fahrbahn brach auf einer Länge von 30 Metern weg. Glücklicherweise befand sich dabei offenbar niemand auf der Brücke. Auch wegen des Einsatzes von Daniele Cassol ging das Unglück glimpflich aus. Tote oder Verletzte wurden nicht gemeldet.