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Autobahnbrücke in Genua eingestürzt: Das wissen wir bisher

Autobahnbrücke in Genua eingestürzt: Das wissen wir bisher

Was ist passiert?

In Genua ist die Autobahnbrücke Ponte Morandi, die auch Polcevera-Viadukt genannt wird, eingestürzt. Laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa brach die vierspurige Brücke, die die Autobahn 7 mit der Autobahn 10 verbindet, auf einer Länge von 100 bis 200 Metern in sich zusammen. Sie verband die Stadtteile Sampierdarena und Cornigliano und wurde auch von vielen Urlaubern auf dem Weg an die Riviera oder nach Südfrankreich genutzt. Unterhalb der Brücke befinden sich ein Fluss, Gleisanlagen und ein Gewerbegebiet.

Wie viele Opfer gibt es?

Noch ist die Lage etwas unübersichtlich, darum ist noch unklar, wie viele Menschen bei dem Brückeneisturz zu Schaden kamen. Was inzwischen aber klar ist: Viele haben das Unglück nicht überlebt. Es seien mindestens 35 Menschen ums Leben gekommen, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die Feuerwehr. "Rund 30 Menschen sind umgekommen und viele weitere sind schwer verletzt", sagte der Italienische Innenminister Matteo Salvini der Nachrichtenagentur AGI. Unter den Opfern soll auch ein Kind sein.

"Zahlreiche Autos" wurden zwischen den Trümmern eingequetscht, berichtete Ansa. Mehrere Lastwagen seien in den Fluss gestürzt. Rettungskräfte haben aber auch Überlebende aus den Trümmern gezogen. Mindestens vier Menschen konnten gerettet und ins Krankenhaus gebracht werden. Bucci sagte, dass die Retter elf Überlebende gefunden hätten.

Gibt es auch deutsche Opfer?

Weil die Autobahn auch von vielen Touristen genutzt wird, ist es nicht unwahrscheinlich, dass auch Ausländer unter den Opfern sind. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, das Generalkonsulat Mailand stehe in engem Kontakt mit den italienischen Behörden, um Informationen auch zu eventuellen deutschen Opfern zu sichern. Weitere Angaben konnte das Ministerium bisher nicht machen.

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Was hat das Unglück verursacht?

Was genau die rund 40 Meter hohe Ponte Morandi , die in den 60er Jahren gebaut wurde, zum Einsturz gebracht hat, ist noch völlig unklar. Offenbar gab es aber vor dem Kollaps ein heftiges Unwetter. Ob das das Unglück möglicherweise ausgelöst haben könnte, wurde bisher aber noch nicht bestätigt. Eduardo Rixi, der italienische Vizeminister für Transport, sagte, dass die Brücke seit Jahren sanierungsbedürftig sei, berichtete "20 Minuten". Augenzeugen berichteten von einem Blitzeinschlag.

Der Autobahnbetreiber "Autostrade per l'Italia" erklärte, dass an der Brücke gerade Bauarbeiten im Gang gewesen seien, um die Struktur des Bauwerks zu stärken. Wie das Unternehmen auf seiner Homepage mitteilte, sei an der Sohle des Polcevera-Viadukts gearbeitet worden. Verkehrsminister Danilo Toninelli schloss in einem Radio-Interview aus, dass Bauarbeiten an der Brücke Grund für den Einsturz seien.

Wie geht es jetzt weiter?

Auch das ist noch unklar. Die Autobahn 10 wurde vorerst gesperrt und die Rettungsarbeiten laufen auf Hochtouren. Dutzende Einsatzkräfte sind vor Ort und suchen zwischen den Trümmern nach weiteren Opfern. Die Wohnhäuser rund um die Unglücksstelle wurden vorsichtshalber evakuiert. Auch der Eisenbahnverkehr rund um die Hafenstadt wurde eingestellt. Die Polizei rät Autofahrern, die Gegend rund um die Unglücksstelle zu meiden, um die Bergungsarbeiten nicht zu behindern.