Zeugen filmten haarsträubende Aktion

Rowdy-Opfer spricht über rücksichtslose Autobahn-Drängler auf A15 bei Cottbus

14. November 2020 - 9:55 Uhr

"Er hat mich mehrfach beinahe von der Straße gedrängt“

Es sind haarsträubende, lebensgefährliche Szenen, die sich Anfang November auf der Autobahn 15 bei Cottbus abspielen. Ein 19-jähriger Autofahrer wird von zwei Unbekannten genötigt und bedrängt, mehrfach kommt es zu Beinahe-Zusammenstößen. Zeugen haben ein Video des Vorfalls gemacht. Der junge Mann hat Anzeige gegen seine Peiniger erstattet. Was er zu den heftigen Bildern sagt, wie er sich fühlt – in unserem Video!

Beifahrer warf mit Flasche und Dosen

Über den Vorfall hatte zuerst die Berliner Zeitung (BZ) berichtet. Fabian A. (Name auf seinen Wunsch hin geändert) war am 5. November mit seinem VW-Golf auf der A15 von Cottbus nach Lübbenau unterwegs. Dabei kam es zu dem Zwischenfall mit einem Nissan. Dessen Fahrer habe mehrere Fahrzeuge ausgebremst. Er habe den Nissan überholen und hinter sich lassen wollen, so A..

Das habe den Nissan-Fahrer offenbar geärgert, weswegen der ihn mehrfach geschnitten habe. "Die sind auf der rechten Spur gewesen, teilweise dann aber auf der linken. Dann ist er kreuz und quer gefahren, hat aber nicht überholt", sagte der 19-Jährige. Damit nicht genug: Der Beifahrer des Nissan habe mit einer Flasche und mehreren Dosen nach ihm geworfen.

Drangsalierer ließ sich einfach nicht abschütteln

Trotz hoher Geschwindigkeit, A. spricht von mehr als 180 Stundenkilometern, sei es ihm nicht gelungen, den Nissan abzuschütteln. Daraufhin wollte er das Auto vorbeifahren lassen, doch der Nissan-Fahrer sei entweder auf gleicher Höhe geblieben oder habe sich knapp vor seinen Golf gesetzt, um ihn auszubremsen, sagt er.

Es wurde noch schlimmer. Der Nissan zwang den Berufsschüler zum Anhalten. Dann sei beim Beifahrer die Tür aufgegangen. "Der ist ausgestiegen und auf mich zu gerannt gekommen. Ich habe dann Panik bekommen und Gas gegeben." Der Nissan verfolgt ihn.

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Rowdys droht Führerschein-Entzug und Haft

Autibahnrowdy
Immer wieder bedrängte der Nissan (links) das Auto des Berufsschülers, mehrfach kam es zu Beinahe-Zusammenstößen.

Bei der nächsten Ausfahrt verlässt A. die Autobahn, ohne den Drangsalierer. Dafür verlassen auch die Zeugen, die das Video gemacht hatten, die A15. Sie machen sich bemerkbar, stellen A. das Video zur Verfügung. Und sind bereit, auszusagen, heißt es weiter. Der Nissan soll ein polnisches Kennzeichen gehabt haben.

Wie man sich verhält, wenn man selbst Opfer eines Dränglers im Straßenverkehr wird, erklärt Maik Kettlitz von der Polizei Calau: "Bleiben sie ruhig. Reduzieren sie die Geschwindigkeit, bleiben sie auf ihrer rechten Fahrspur und lassen sie sich nicht provozieren." Sein Rat: "Wenn nötig, verlassen sie an der nächsten Möglichkeit die Autobahn."

Die Autobahn-Rambos sind noch nicht identifiziert. Sollte die Polizei sie schnappen, droht nicht nur der Führerscheinentzug, sondern möglicherweise sogar eine Freiheitsstrafe