"Metallische Auffälligkeit" könnte Bombe sein

Autobahn 3 bei Köln droht wegen Weltkriegsbombe Vollsperrung

Die Autobahn 7 ist in beiden Richtungen gesperrt und frei von Autos. Foto: Daniel Reinhardt/dpa
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25. Januar 2020 - 19:58 Uhr

Fundstück in unmittelbarer Nähe einer großen Klinik

Nur wenige Tage nach den Entschärfungen von Bomben in den Kölner Stadtteilen Deutz und Lindenthal und droht das nächste Großereignis dieser Art. Wegen einer möglichen Weltkriegsbombe im Boden muss am Sonntag möglicherweise die Autobahn 3 gesperrt und eine Klinik evakuiert werden. Im Erdreich nahe der Klinik sei man auf eine "metallische Auffälligkeit" gestoßen, teilte die Stadt Köln mit.

600 Menschen leben im Evakuierungsbereich

17.01.2020, Nordrhein-Westfalen, Köln: Die LVR Klinik in Köln. Ein möglicher Bombenfund in Köln könnte große Auswirkungen auf Patienten einer Klinik und den Verkehr auf der A3 haben. Sollte eine Entschärfung notwendig werden, muss die Autobahn eventu
Die LVR Klinik in Köln. Ein möglicher Bombenfund in Köln könnte große Auswirkungen auf Patienten der Klinik und den Verkehr auf der A3 haben.
© dpa, Oliver Berg, obe fgj

Fachleute wollen am Sonntag am Fundort graben, um Gewissheit zu schaffen, um was es sich dabei handelt. Findet man tatsächlich eine Bombe, müsste diese sofort entschärft werden.

Eine Entschärfung hätte weitreichende Folgen: Die A3, die in unmittelbarer Nähe verläuft, müsste in beide Fahrtrichtungen voll gesperrt werden. Zudem müssten die Mitarbeiter und Patienten der Klinik in Sicherheit gebracht werden. Im Evakuierungsbereich leben nach Angaben der Stadt zudem rund 600 Menschen, die ihre Wohnungen verlassen müssten.

Erst am vergangenen Wochenende mussten in Dortmund Tausende Menschen in der Innenstadt ihre Wohnungen verlassen, weil eine Bome entschärft werden musste.

Noch viele Bomben im Boden - NRW besonders betroffen

21.01.2020, Nordrhein-Westfalen, Köln: Die Zehn-Zentner-Weltkriegsbombe, die zuvor vom Kampfmittelbeseitigungsdienst entschärft worden ist. «Um 11.53 Uhr meldeten die Sprengstoffexperten dem Ordnungsamt Entwarnung. Der Blindgänger werde nun verladen,
Diese Zehn-Zentner-Weltkriegsbombe wurde am 21. Januar in Köln entschärft.
© dpa, Roberto Pfeil, rp bsc

Sogenannte Blindgänger werden die Kampfmittelräumdienste in Deutschland noch jahrzehntelang beschäftigen. Besonders betroffen ist Nordrhein-Westfalen. Im Jahr 2018 wurden dort 2.811 Bomben entdeckt. Experten für Kampfmittelräumung gehen davon aus, dass bisher erst etwa ein Fünftel bis ein Sechstel dieser Blindgänger entfernt wurde.