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Auto von Krefelderin (22) wird von einem Ast durchbohrt – herzlose Gaffer machen Fotos und fahren einfach weiter

Krefelderin verunglückt und wartet vergeblich auf Hilfe
Krefelderin verunglückt und wartet vergeblich auf Hilfe Gaffer fotografieren, statt zu helfen 01:21

Unfallopfer Linda E. wird sich selbst überlassen

Sturm 'Friederike' tobte durchs Land und hinterließ eine Spur der Verwüstung. In Krefeld werden fünf Menschen verletzt. Auch Linda E. gehört dazu. Ein Baum kracht durch die Frontscheibe ihres Autos – ein dicker Ast verfehlt sie nur knapp. Unglaublich: Obwohl einige Menschen an der Unfallstelle vorbeifahren, hilft ihr niemand.

Baum durchbohrt die Frontscheibe des Autos

Als 'Friederike' durch Deutschland tobt, ist die Linda E. in Krefeld auf dem Weg zu einer Patientin. Die Krefelderin arbeitet als Krankenschwester im Pflegedienst.

Viele Bäume stürzen durch die Böen um, einer davon trifft das Auto der 22-Jährigen. Sie fährt gerade auf dem Frankenring der Stadt am Niederrhein, als der riesige Baum umkippt und ihre Frontscheibe durchbohrt. Der Airbag geht auf und ein dicker Ast verfehlt die junge Frau nur um wenige Zentimeter.

Nach dem gewaltigen Schrecken folgt teilweise die Erleichterung: Die Krefelderin hat nur Schürfwunden und Prellungen - es hätte auch anders ausgehen können.

Autofahrer drehen einfach um und lassen das Unfallopfer alleine

Die Krankenschwester befreit sich selbst aus ihrem Auto und versucht den Notruf zu erreichen. "Aber mein Handy hat nicht richtig funktioniert und wollte sich immer mit meinem Auto verbinden", erzählt sie der 'Rheinischen Post'.

Die 22-Jährige ist auf sich gestellt, bis zufälligerweise ein Rettungswagen auf der Gegenfahrbahn auf sie zufährt. Dieser kommt gerade von einem anderen Einsatz, das Rettungsteam hilft der jungen Frau.

Anschließend kommt auch die Feuerwehr: "Als die Feuerwehrmänner das Auto gesehen haben, konnten sie nicht glauben, dass ich da wirklich fast unverletzt rausgekommen bin."

Ein Schock sitzt besonders tief: Kein anderer Autofahrer half Linda E.: "Die haben einfach umgedreht, als sie gesehen haben, dass es nicht weitergeht." Die Autofahrer hatten sich noch nicht mal versichert, ob es ihr gut ginge. Wenn sie nicht so unter Schock gestanden hätte, hätte die Krefelderin sich die Kennzeichen notiert und die Fahrer wegen unterlassener Hilfeleistung angezeigt.

Gaffer machen Fotos, helfen aber nicht

Besonders die Gaffer machen sie sauer.
Auf Facebook schildert die Krefelderin den Unfall. © Facebook/Linda Ellerbrock

Bei Facebook machte sie ihrem Ärger Luft. Besonders die Gaffer machen sie immer noch sauer. In ihrem Post ist zu lesen: "Ein ganz großes Dankeschön an all die, die einfach umgedreht sind ohne sich zu vergewissern, wie es mir geht. Außerdem vielen Dank an die ganzen Gaffer! !Dank eurer Fotosession entstehen weitere Unfälle und es bildet sich noch mehr Stau! Wurde nur knapp aufgespießt, wären dann vielleicht ein paar spektakulärere Bilder geworden."

Um auf dieses verantwortungslose Verhalten hinzuweisen, ist die 22-Jährige an die Öffentlichkeit gegangen. Bei einem Unfall zählt jede Sekunde und wer einen Unfall beobachtet, ist verpflichtet zu helfen! Unterlassene Hilfeleistung und Gaffen sind Straftaten.

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