Ausweg aus dem Diesel-Desaster gesucht: Wie geht es weiter?

28. Februar 2018 - 6:58 Uhr

Fahrverbote möglich - aber eigentlich will sie keiner

Seit gestern ist es also klar: Dieselfahrverbote in Deutschland können kommen. Dafür braucht es keine bundeseinheitliche Regelung - so haben es die Richter am Bundesverwaltungsgericht entschieden und sie haben der Klage der Umwelthilfe Recht gegeben. Konkret ging es dabei um Stuttgart und Düsseldorf. Wichtige Voraussetzung für Fahrverbote: Sie müssten verhältnismäßig sein.

Antwort auf die wichtigsten Fragen

ARCHIV - Ein von der Umweltschutzorganisation aufgestelltes «Verbotsschild für Dieselautos» mit dem Zusatz «Gesundheitsgefahr» steht am 05.10.2016 in Stuttgart (Baden-Württemberg). Blicken Sie noch durch im Diesel-Chaos? Blaue Plakette ja oder nein,
Symbolfoto (Archiv).
© dpa, Lino Mirgeler, lim fpt fgj

Viele Autofahrer sind nach dem Urteil ratlos, wissen nicht, was der Richterspruch für sie bedeutet. Muss ich mein Auto jetzt verkaufen, ist umrüsten eine Lösung, werde ich meinen alten Diesel noch los? Das beschäftigt viele Diesel-Besitzer (lesen Sie hierzu unseren Kommentar). In unserem Video gibt VOX- Autojournalist Alexander Bloch Antwort auf die wichtigsten Fragen. Seine Kernbotschaft: Cool bleiben, es besteht derzeit kein Anlass zum Aktionismus.

Noch bleibt Zeit, das von Industrie – durch Mauscheleien und Betrug am Verbraucher sowie Politik – durch jahrelange Ignoranz und Untätigkeit -  gemeinsam herbeigeführte Chaos zu sortieren.

SPD fordert höhere Umtauschprämien

19.02.2018, Baden-Württemberg, Stuttgart: Ein Auto fährt an einem Schild vorbei, das auf den Feinstaub-Alarm hinweist. Am 22. Februar wird das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts erwartet, ob Städte mit hoher Stickoxid-Belastung Diesel-Fahrverbote v
Feinstaub-Alarm in Stuttgart ('Archiv).
© dpa, Sebastian Gollnow, scg

Eigentlich sind sich Bund, Länder, Städte und Gemeinden einig: niemand will Fahrverbote. Mehrere Bundesländer setzen auf stärkere Anstrengungen, um zu schmutzige Luft in Städten auch ohne Fahrverbote sauberer zu bekommen. Um eine Vielzahl unterschiedlicher Regelungen zu vermeiden, werden außerdem Forderungen nach einer bundesweiten 'blauen Plakette' lauter. Damit könnten saubere Diesel von Fahrverbote ausgenommen werden.

Die SPD-Bundestagsfraktion verlangte höhere Anreize der Autohersteller, damit alte Diesel-Fahrzeuge schneller aus dem Verkehr gezogen werden können. "Die von den Herstellern gezahlten Kaufprämien für Neufahrzeuge müssen von den Unternehmen erhöht werden, da sich viele Besitzer älterer Fahrzeuge ansonsten keinen Neuwagen leisten können", heißt es in einer Mitteilung. Politik und Hersteller dürften die Verbraucher nicht im Regen stehen lassen.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) meint, dass nun zunächst die Autobauer Verantwortung für die technische Nachrüstung älterer Diesel übernehmen müssen. Dies lehnen die Unternehmen bisher ab.