2018 M12 18 - 22:14 Uhr

"Pickel" im Gesicht war alles andere als harmlos

Jeder hat ihn mal und die meisten schenken ihm nicht viel Beachtung, bis er nach ein paar Tagen von alleine wieder verschwindet: ein kleiner Pickel im Gesicht. Auch Jessica Pasco aus Perth hätte den Störenfried zwischen Mund und Nase wohl ignoriert - bis er verschwand und einen kleinen, trockenen roten Fleck auf ihrer Haut hinterließ. Die Australierin wurde stutzig und ging zum Arzt. Dort entpuppte sich der vermeintliche Pickel als sogenanntes Basalzellenkarzinom; als weißer Hautkrebs.

Hautveränderung war ein Basalzellenkarzinom

Im Jahr zuvor hatte die 32-Jährige bereits ein Melanom im Bein, das herausgeschnitten werden musste. Jessica Pasco reagierte also sensibel auf ihre Hautveränderung und ließ das rote Mal auf ihrer Haut untersuchen, nur zur Sicherheit. Die richtige Entscheidung: Der scheinbar harmlose Pickel entpuppte sich als potentiell gefährlicher weißer Hautkrebs, ein sogenanntes Basalzellenkarzinom. "Ein Jahr vorher hätte ich nicht gewusst, worauf ich achten muss", erzählt sie dem australischen News-Portal news.com.au.

"Ich dachte, Hautkrebs sei ein schwarzes Muttermal"

"Wie die meisten Leute dachte ich, Hautkrebs sei ein schwarzes Muttermal. Wenn ich nicht so darauf geachtet hätte wie ich es heute tue, hätte ich mir nichts dabei gedacht und es einfach ignoriert", so Pasco. Wäre das Karzinom nicht so früh entdeckt worden, hätte der Krebs weitaus aggressiver werden und in ihrem ganzen Körper streuen können.

Weißer Hautkrebs tritt meist im Kopf- und Halsbereich auf und kann die Folge einer zu starken Belastung mit UV-Strahlen sein. Helle Hauttypen haben meist ein höheres Risiko, an weißem Hautkrebs zu erkranken, so die deutsche Krebsgesellschaft.

Karzinom wurde mit einer Creme behandelt

Weil das Karzinom mitten in ihrem Gesicht saß, war es für die Australierin keine Option, es einfach herauszuschneiden. Sie hätte eine große Narbe zurückbehalten. So wurde die Stelle stattdessen mit einer Creme behandelt, die das Immunsystem dazu brachte, die Krebszellen anzugreifen. Und auch diese Prozedur war kein Spaziergang: "Ich habe stark darauf reagiert. Es war eine große Wundstelle, viel größer als der Krebs selbst. Es war sehr rot, schmerzhaft und eitrig. Ich hatte es ungefähr vier Monate lang", sagt Pasco.

Hautkrebs kann verschiedenste Formen haben

Die junge Frau will mit ihrer Geschichte nun andere warnen: Hautkrebs muss sich nicht als dunkler Fleck äußern, sondern kann auch ganz anders aussehen. "Er zeigt sich in mehreren Formen. Der Krebs kann eine wunde, juckende, schuppende oder überempfindliche Hautstelle sein. Eine seltsame Sommersprosse oder ein sich in Größe und Farbe veränderndes Muttermal. Das können alles Zeichen sein", erklärt auch Hautärztin Sally Philips "news.com.au".

Dazu kommt: Zu viele Menschen lassen ihre Leberflecken oder Hautveränderungen nie oder nicht häufig genug untersuchen. Erkennt man ein Melanom im frühen Stadium, liegt die Überlebensrate bei 98 Prozent - bei Hautkrebs Stufe 4 sinkt sie auf unter 50 Prozent. Einmal im Jahr sollte sich also jeder in einem kurzen Termin beim Hautarzt durchchecken lassen. Zusätzlich macht es Sinn, sich regelmäßig selbst vor dem Spiegel auf Hautveränderungen zu untersuchen und beim kleinsten Verdacht zum Arzt zu gehen. Eine Vorsichtsmaßnahme, die wie bei Jess Pasco im Ernstfall Leben retten kann.