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Mit Schere und Klebeband ins Western-Abenteuer

Australier vertreibt sich die Corona-Quarantäne als Papiertüten-Cowboy

Dave Marriott verwandelt sich in der Quarantäne in einen Cowboy aus Papier.
Dave Marriott verwandelt sich in der Quarantäne in einen Cowboy aus Papier.
© Dave Marriot/Facebook

07. April 2021 - 18:43 Uhr

Wilder Westen im australischen Hotelzimmer

Langweile während der Corona Quarantäne? Nicht mit David Marriott. Der Australier nutzt seine zweiwöchigen Corona-Isolation nach der Einreise und verwandelt sein Hotelzimmer im Rydges South Bank Hotel in Brisbane in eine Szene aus einem Western-Film. Mit seiner Kreativität brachte er weltweit Menschen zum Lachen – obwohl er gerade eins der traurigsten Erlebnisse seines Lebens verarbeiten musste.

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Aus brauen Papiertüten entsteht ein Cowboykostüm

Für die meisten Leute wären zwei Wochen Corona-Quarantäne ein Alptraum. So auch für den Artdirector David Marriott aus Sydney. Er saß für 14 Tage in einem schmucklosen Hotelzimmer fest. Weil sein Vater an Corona gestorben war, reiste er nach Großbritannien. Bei seiner Rückkehr nach Australien musste er sich zwei Wochen lang isolieren.

Doch statt in Trauer, Einsamkeit und Langweile zu versinken wurde Marriott kreativ und bastelte sich kurzerhand ein waschechtes Cowboykostüm. Was er dafür bauchte? Nicht mehr als ein paar Bastel-Utensilien, die er sich mitgebracht hatte und die brauen Papiertüten, mit denen er mehrmals täglich Essen in sein Zimmer gebracht bekam.

Hotel-Quartantäne wird zum Western-Abenteuer
Dave Marriott benutzte Papiertüten, in dem ihm das Essen gebracht wurde, für sein Kostüm.
© Dave Marriot/Facebook

David Marriott bastelt, um sich die Quarantäne-Zeit zu vertreiben

Alles begann mit einer Poke-Schale, die den Australier dazu inspirierte einen Cowboyhut zu basteln. Er fing an, Tüten zu zerschneiden, um sich ein bisschen zu beschäftigen: "Ich habe alle meine Tüten aufbewahrt", erzählt er und beschloss, sich einen Cowboyhut zu basteln. "Also holte ich meine Schere und meinen Kleber heraus und begann", erklärte er dem australischen Radiosender ABC.

Doch bei dem Hut allein blieb es nicht: "Dann dachte ich: Oh, ich brauche eine Jacke, und dann bastelte ich eine Jacke und eine Weste und dann ein Gewehr und dann Chaps", führt Marriott aus. So entstand sein Cowboy-Charakter: "Rip Torn".

Ein Bösewicht im Plastik-Outfit
Jeder Cowboy braucht einen Gegenspieler, dachte sich Dave Marriot.
© Dave Marriot/Facebook

Quarantäne-Cowboy hat einen Erzfeind aus Plastik

Damit nicht genug. Um den Cowboy "Rip Torn" möglichst realistisch verkörpern zu können, fehlte David Marriott noch etwas ganz Entscheidendes. Ein Pferd: "Ich fand in meinem Schrank ein Bügelbrett und holte es heraus und stellte eine Schreibtischlampe darauf und dachte: Mein Gott, da haben wir's - da ist das Skelett eines Pferdes. Von da an war es nur noch ein Kleben und Schneiden, Kleben und Schneiden, bis ich ein Tier hatte, ein Pony.", teilte der Australier im ABC-Interview mit.

Um den Western-Krimi perfekt zu machen, entwarf Marriott aus Plastiktüten noch einen Gegenspieler für den braunen Papiertüten-Cowboy namens "Cling Film Kid". "Ich hatte einfach so viel Plastik und dachte: Was soll ich damit machen?" Er kam zu dem Schluss: "Jeder Cowboy braucht einen Erzfeind." Er beschloss, zu seinem "recycelbaren" Helden einen "fiesen Plastik-Einweg-Typ" zu entwerfen. "Er ist der Bösewicht. Er wird erschossen."

Cowboy-Show im Hotel sorg für ein bisschen Freude in der Pandemie

Das Resultat seiner Arbeit postete er in einer Quarantänegruppe. Auch den Hotelangestellten des Rydges South Bank Hotel waren begeistert. Innerhalb kürzester Zeit wurde der Papiertüten-Cowboy zum viralen Hit. David Mariotts Müll-Kostüme zauberte Millionen Menschen ein Lächeln ins Gesicht. Der Australier war bereits im internationalen und australischen Fernsehen zu sehen. Mittlerweile habe er Nachrichten von Menschen aus aller Welt erhalten, die ihm dafür danken, ihnen Freude und Lachen gebracht zu haben.

Am meisten gefallen dürfte dem Australier aber das Lächeln, das er seiner Mutter ins Gesicht zaubern konnte. Sie hat der Tod seines Vaters besonders schwer getroffen. Mit seinen Cowboy-Blödeleien konnte er sie zumindest ein bisschen ablenken. "Das hat meine Mutter aufgemuntert, denn sie hat es offensichtlich schwer, mit dem zurechtzukommen, was sie gerade durchgemacht hat", erzählt Marriott. Es bleibt spannend ob seine Western-Erzählungen auch nach seiner Quarantäne weitergehen.

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