Die Feuer Down Under in Relation gesetzt

Australiens Buschbrand: Mit nichts zu vergleichen

Koalas sind eigentlich scheue Tiere. Die aktuelle Hitzewelle lässt sie auch Wasser aus der Flasche eines Fahrradfahrers trinken.
© via REUTERS, INSTAGRAM/@BIKEBUG2019, DEG

06. Januar 2020 - 17:08 Uhr

480 Millionen Tiere bedroht

Die Waldbrände in Australien lodern noch immer und forderten ein weiteres Todesopfer. Die Zahl stieg damit auf 25. Es sterben jedoch nicht nur Menschen, auch Tiere sind von den Bränden betroffen. Professor Chris Dickman von der Universität Sydney schätzt die Zahl der vom Buschfeuer betroffenen Tiere auf knapp eine halbe Milliarde. Ähnlich erschreckend ist die Menge Kohlendioxid, die freigesetzt wurde. Die lag laut Nasa-Studien bei 306 Millionen Tonnen. Doch wie können diese Zahlen eingeordnet werden? Wir ziehen einen Vergleich zu anderen Katastrophen.

Große Artenvielfalt

dpatopbilder - 06.01.2020, Australien, Kangaroo Island: Ein totes Känguru hängt nach den Buschfeuern in einem Zaun fest. Hunderte Millionen Tiere sind nach vorsichtigen Schätzungen von Wissenschaftlern allein im Bundesstaat New South Wales bei den Bu
Zahlreiche Tiere kamen bereits bei dem Brand ums Leben.
© dpa, David Mariuz, nwi

Die Vielfalt der australischen Tierarten ist groß. Die Zahl der vom Feuer betroffenen Tiere scheint mit 480 Millionen Tieren zwar hoch, doch ist das nicht verwunderlich bei dem Artenreichtum des fünften Kontinents. Allein 826 Vogel-, 386 Säugetier- (davon rund 140 Beuteltiere) und 917 Reptilienarten leben in dem Land. In Deutschland stehen dem vergleichsweise 328 Vogel-, 104 Säugetier- und 13 Reptilienarten gegenüber. Das ist nicht einmal ein Drittel der Arten. Es wären wohl alle Tiere in Deutschland direkt oder indirekt von einem Feuer dieses Ausmaßes betroffen.

Eine Fläche so groß, wie Bayern

HANDOUT - 14.09.2018, Niedersachsen, Meppen: Eine Löschraupe ist beim Moorbrand auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle 91 (WTD 91) in Meppen im Einsatz. Auf einem Testgelände der Bundeswehr stehen seit dem 04.09.2018 fünf Hektar Moorland in
Das Moor auf dem Bundeswehr-Gelände brannte mehrere Wochen.
© dpa, WTD 91, jol

Mittlerweile ist eine Fläche von rund sieben Millionen Hektar abgebrannt. Das entspricht etwa der Größe des Bundeslandes Bayern. Unvorstellbar für unsere Verhältnisse. Beim Waldbrand in Spanien im Juni vergangenen Jahres nahe Barcelona wurde ein Gebiet von rund 6500 Hektar zerstört. Der von der Bundeswehr ausgelöste Moorbrand brachte es auf rund 750 Hektar.

Luftverschmutzung zu stark

Firefighters keep a watchful eye on a fire threatening homes along the Princes Highway near in Milton, Australia January 5, 2020. REUTERS/Tracey Nearmy
Bushfires in New South Wales, Australia
© REUTERS, TRACEY NEARMY, TN/

Der Rauch des Moorbrandes im Emsland war teilweise sogar im 230 Kilometer entfernten Hamburg noch zu riechen. Das ist allerdings kein Vergleich zu Australiens Hauptstadt Canberra. Dort schlossen öffentliche Einrichtungen und Geschäfte, da der Rauch und die Luftverschmutzung zu stark waren. Die verteilten Schutzmasken sind mittlerweile knapp.

Unmengen Kohlendioxid freigesetzt

02.01.2020, ---, -: Eine vom NASA-Satelliten Terra aufgenommene Aufnahme mit dem Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer (MODIS) zeigt dicken Rauch, der den Südosten Australiens entlang der Grenze von Victoria und New South Wales bedeckt. In de
Unter der enormen Rauchwolke verschwunden: Neuseelands Südinsel.
© dpa, Uncredited, KS

Hinzu kommt die unglaubliche Menge Kohlendioxid (CO2), die durch die Feuer seit August freigesetzt wurden. Die Nasa schätzt die Menge auf 306 Millionen Tonnen CO2, die in die Atmosphäre entwichen sind. Zum Vergleich: Beim Moorbrand kamen etwa 500.000 Tonnen Kohlendioxid in die Luft. Eine Rauchwolke, die so groß war, dass am Neujahrstag die komplette Südinsel Neuseelands bedeckt war. Das wäre eine Fläche größer als die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Hessen zusammen.

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