Australien: Warnung vor neuen Fluten und Schlangen

Nach verheerenden Überschwemmungen droht den Australiern nun eine Schlangeninvasion
Nach verheerenden Überschwemmungen droht den Australiern nun eine Schlangeninvasion
© dpa, The Courier Ma

09. Februar 2016 - 11:24 Uhr

Politiker: Überschwemmungen "biblischen Ausmaßes"

Die Menschen im Nordosten Australiens bereiten sich auf weitere, schwere Überschwemmungen vor. Meteorologen kündigten für den bereits größtenteils unter Wasser stehenden Bundesstaat Queensland neue Gewitter mit starkem Regen und heftigem Wind an. Die 75.000 Einwohner von Rockhampton sind inzwischen auf die Armee angewiesen. Und in den Häusern lauert neue Gefahr: Schlangen.

Die verheerenden Überschwemmungen haben bislang mindestens acht Menschen das Leben gekostet, meldete der 'Courier Mail'. Eine 41-jährige Frau wurde in ihrem Auto von den Fluten eines Flusses im Norden des Bundesstaates Queensland fortgerissen. Die Stadt Rockhampton an der Ostküste mit 75.000 Einwohnern war am Sonntag praktisch von der Außenwelt abgeschnitten.

Neben den direkten Gefahren durch das Wasser droht den Australiern nun eine Schlangeninvasion. Durch die starken Überschwemmungen treibt es die Reptilien aus ihren Höhlen an die Oberfläche. Hier suchen die Tiere an trockenen Orten - wie Häusern - Schutz. Viele australische Schlangen sind höchst gefährlich. Der Gesundheitsdienst stockte deshalb seine Vorräte von Schlangen-Gegengift auf, berichtete die Zeitung 'Australian'.

Von "biblischen Ausmaßen" der Katastrophe sprach ein Politiker, der die Region überflogen hatte. Der halbe Bundesstaat Queensland stand unter Wasser - eine Fläche so groß wie Deutschland und Frankreich zusammen. In manchen Gebieten waren es die schlimmsten Überschwemmungen seit mehr als 50 Jahren, in anderen stand das Wasser so hoch wie nie zuvor seit Beginn der Messungen vor über 100 Jahren.

Städte von der Außenwelt abgeschnitten

Von Rockhampton und Mackay weiter im Norden aus fahren Touristen oft auf die Inseln des Great Barrier Reefs. Jedoch haben die meisten ihre Pläne wegen der heftigen Regenfälle an Weihnachten frühzeitig geändert.

In Rockhampton rollten Armeekonvois mit Nahrungsmitteln über die einzige noch einigermaßen passierbare Straße aus Richtung Norden in die Stadt. Die Behörden fürchten, dass auch dieser Zugang, der eigentlich nur noch für abfahrende Einwohner offen gehalten war, bald überflutet sein wird. Sie dürfte spätestens Mittwoch gesperrt werden. "Wir rechnen mit dem Wasserhöchststand in den nächsten 48 Stunden", sagte Polizeichef Ian Stewart. "Gott sei Dank hat Rockhampton einige Anhöhen, und wenn die Einwohner auf die Anweisungen hören, hoffen wir, keine Todesopfer beklagen zu müssen."

Mindestens 400 Häuser dürften in Rockhampton überflutet werden. Bis zu 4.000 weitere Grundstücke sind in Gefahr. Die Behörden haben 1.000 Plätze in Notunterkünften bereit gestellt. Am Montag überfluteten die Wassermassen wie befürchtet die Innenstadt. 150 Häuser seien bereits vollgelaufen, und bei mehreren tausend Gebäuden schwappe das Wasser bereits an die Stufen, sagte die Regierungschefin des Bundesstaates Queensland, Anna Bligh.

In Queensland waren etwa 20 Städte von der Außenwelt abgeschnitten. Hubschrauber waren im Einsatz, um die Menschen aus der Luft zu versorgen. Im Hinterland von Rockhampton und weiter südlich entspannte sich die Situation. In Bundaberg, Emerald und Theodore gingen die Wasserpegel zurück. Dort wurde das Ausmaß der Schäden sichtbar: Straßen haben tiefe Schlaglöcher, Stromleitungen sind abgerissen und Abwasserrohre überflutet.

Dort, wo das Wasser abfließt, droht jetzt unter anderem Gefahr durch Schlangen. Es sind die schlimmsten Überschwemmungen in der Region seit 50 Jahren. "Das ist ein Problem, mit dem die Leute konfrontiert sind", sagte Greg Goebel, Chef des Roten Kreuzes, im Rundfunk. "Besonders in Häusern, die teilweise trocken geblieben sind, dort dürfte sich einiges Getier tümmeln."