Hundertfache "Sextortion"

Mann (25) gab sich als Promi aus und erpresste 245 Mädchen um Nacktbilder

Ein 25-jähriger Mann aus der Nähe von Perth (Australien) habe sich in Chats mit den Mädchen als Prominenter ausgegeben und so ihr Vertrauen gewonnen. (Symbolfoto)
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15. Januar 2021 - 19:18 Uhr

Australier erschlich sich Vertrauen von Chatpartnerinnen

Ein 25-jähriger Mann aus der Nähe von Perth (Australien) wird beschuldigt, 245 Mädchen im Teenageralter zum Verschicken von Nacktaufnahmen von sich selbst gezwungen zu haben. Er habe sich in Chats mit den Mädchen als Prominenter ausgegeben und so ihr Vertrauen gewonnen, berichtet die "Daily Mail". Die Erpressungsmethode wird "Sextortion" genannt – eine Wortkombination aus "Sex" und "Extortion" (englisch für Erpressung).

Ermittler fanden mehr als 2.000 Bilder

Das westaustralische "Joint Anti Child Exploitation Team", in dem Polizisten gegen die Ausbeutung von Kindern kämpfen, bekam vom US-Heimatschutz einen Hinweis zu dem Australier und nahm die Ermittlungen auf. Bei einer Hausdurchsuchung bei dem 25-Jährigen soll die Polizei mehr als 2.000 Bilder auf einem elektronischen Gerät gefunden haben – die meisten davon waren Fotos von Mädchen und hatten einen sexuellen Zusammenhang.

Teenager-Mädchen mit gefälschten Screenshots erpresst

Eine 13-jährige Amerikanerin erzählte der Polizei, wie der 25-Jährige vorging. Sie dachte, ihr Chatpartner sei erst 15 Jahre alt. Er habe irgendwann angefangen, sexuell eindeutige Fragen zu stellen. Dann habe er ihr bearbeitete Screenshots der Chats geschickt: Durch die Bearbeitung entstand der Eindruck, sie sei an seinen sexuellen Fantasien interessiert.

Der Mann soll der 13-Jährigen dann gedroht haben, den angeblichen Chatverlauf an ihre Familie und Freunde zu schicken, sofern sie seinen Forderungen nicht nachkäme. Er habe sie gezwungen, sich auszuziehen und sexuelle Handlungen vorzunehmen, während er und andere sie online beobachteten.

Die Polizei glaubt, dass der Australier auf die gleiche Weise Mädchen in mehreren Ländern erpresst hat. Immer sei es um sexuell eindeutige Bilder oder Videos gegangen.

247 Anklagen gegen mutmaßlichen Sextäter

Der 25-Jährige sieht sich insgesamt 247 Anklagen ausgesetzt, unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Erpressung. Die Polizei schließt nicht aus, dass weitere folgen.

Er stand erstmals am 23. Oktober 2020 vor Gericht, wo er sich für 113 Verbrechen an 112 Opfern verantworten musste. Freitag sollte der Australier per Videoschalte zur Verhandlung vor einem Gericht in Perth erscheinen.